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Gottfried/ Merian Historische Chronik 1657

HISTORISCHE CHRONICA ODER BESCHREIBUNG DER FÜRNEHMSTEN GESCHICHTEN/SO SICH VON ANFANG DER WELT/BIß AUFF DAS JAHR 1619 ZUGETRAGEN:

Nach Aufteilung der vier Monarchien…  

Die  Herrscher stammen aus der Blattfolge „Antike Herrscher“ um 1617 , Wüthrich Nr. 256 Ninus, 257 Cyrus Maior, 258 Alexander Magnus, 259 Julius Cäsar und Gottfried Bullionius REX Jerusalem.

Komplette 4. Ausgabe von 1657 mit Kupfertitel, der zusätzlichen Weltkarte „Typus Orbi Terrarium“, Plan von Ostende und 5 weiteren großen Kupferstichen von Herrschern.
I-LXXI, S. 1-1185, 53 S. Register. 329 Kupferbilder (320 von Merian und 9 von Th. de Bry), sowie über 30 Medaillontafeln. Pergamenteinband der Zeit mit Titel.Innen sehr sauber, wohlerhalten. Grossfolio.
                                                  
                                                                                        
Wüthrich 3 „Die großen Buchpublikationen“
Verkauft!
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Matthäus Merian d. Ä. (1593 Basel – Schwalbach 1650): Aus der Folge  Arabesken mit geistlichen und weltlichen Symbolen. 1. Ausgabe. 16 Bll. (inkl. Titel) von 17.

Rares Frühwerk von M. Merian, während seiner Reise durch Süddeutschland. Sehr selten!

Kräftige, gegensatzreiche und feinlinige Frühdrucke vor der Nummer und mit dem Titelblatt. Erschienen bei Moritz Mittnacht, Augsburg 1616. Zur Stärkung des Papiers jeweils hinterlegt. Rückseitig nummeriert von 1-16.

Provenienz: Philipp Herrmann (* 18. August 1899 in Karlsruhe; † 19. September 1968 ebenda, Maler und Restaurator) mit dem Stempel „Lugt 1352a“ verso auf Blatt 1 und 16.

Ein Bl. die rechte obere Ecke ergänzt und nachgezogen. Jeweils 2x 8 Tafeln auf einem aufklappbaren Passepartout montiert (kann entfernt werden). Das Passepartout etwas feuchtrandig (je ca. 51x39cm).

Radierung auf Bütten. (1616). Jeweils ca.  94 x 78 mm (Blattgröße).

Nagler schreibt in Monnogrammisten IV., ab S. 484, Nr. 1567 : „Zu den großen Seltenheiten gehört eine Folge von 24 (?) Blättern mit Mustern für Goldschmiede: Allegorien, mythologische Figuren u. s. w.  mit Laubwerk und Blumen.“ Wüthrich vermutet, dass Nagler auf 24 Blätter kommt, da er wohl eine andere Folge dazugezählt hat.

                               

 

Die Arabesken im Einzelnen, nach Wüthrich:

Nr. 117 Titelblatt der 1. Ausgabe (siehe oben).

Nr. 118 Die vier Elemente, Chronos: von Merian signiert „MMerian. f.“

Passepartout Position 2

 

Nr. 119 Kreuz und Evangelistensymbole

Passepartout 2 Position 10

 

Nr. 120 Ruhe auf der Flucht und Taufe Christi

Passepartout 2 Position 11

Nr. 121 Agnus Dei

Passepartout 2 Position 12

Nr. 122 Krieg und Frieden

Passepartout 2 Position 13

Nr. 123 Symbole für den Kreuzestod und die Auferstehung Christi

Passepartout 2 Position 9

Nr. 124 Liebessymbole, Amor und Psyche

Passepartout Position 5

Nr. 125 Frauenleib mit Schlangenbeinen

Passepartout Position 8

Nr. 126 Weibertragende Kentauern (Kentauren)

Passepartout Position 6

Nr. 127 Das Tierreich, Apollo

Passepartout Position 3

 

 

Nr. 128 Geflügelte weibliche Stele

Passepartout Position 7

Nr. 129 Liegende Ceres

Passepartout Position 4

Nr. 130 Reichsadler unter Engel

Passepartout 2 Position 14

(Nr. 131 hier fehlend, nur in Kopie vorliegend: Musik und Geselligkeit, Tafelrunde)

Nr. 132 Zeichen IHS, Taube und Bibel

Passepartout 2 Position 16

Nr. 133 Zeichen IHS, Wundmale Christi und Pelikan

Passepartout 2 Position 15

Lucas Heinrich Wüthrich Das druckgraphische Werk von Matthaeus Merian d. Ae. 1 Einzelblätter und Blattfolgen: 5. Arbeiten aus Augsburg, Stuttgart und Nürnberg. Nr. 117-133 (hier ohne 131).

Hollstein: German Engravings, Etchings and Woodcuts 672, 1-13, 15-17

D. Guilmard, les maitres ornemanistes, Paris 1880, p. 394 f.

Georg Kaspar Nagler: Die Monogrammisten und diejenigen bekannten und unbekannten Künstler aller Schulen, welche sich zur Bezeichnung ihrer Werke eines figürlichen Zeichens, der Initialen des Namens, der Abbreviatur desselben &c. bedient haben. 5 Bände zzgl. Generalindex. G. Franz, München 1858–1863. Hier Band 4, S. 484-485.

 

Preis auf Anfrage.

0,00 EUR

 

UNIKAT! 

Von Matthäus Merian 1625-27 selbst entworfene und bearbeitete Kupferdruckplatte des Propheten Habakuk!

Merian (1593-1650) nutzte die Druckplatte für einen Kupferstich zunächst 1625/27 bei Icones Biblicae Pars III. (1. Chronik bis Apokryphen) auf S.55, dann bei der beliebten Merianbibel (Lazarus Zetzners Erben, Sraßburg) 1630 auf S. 130v und bei der Merianbibel (Merian sel. Erben, Frankfurt) 1704 auf S. 244. Da es zu vielen Szenen keine Vorlagen gab, musste sich Merian künstlerisch beweisen, was ihm vorzüglich gelang.

Die Bibel war eines der ersten großen Buchunternehmen Merians, so daß er  die Linien und Punkte für seine Kupferstiche alle noch selbst mit seiner Radiernadel in Kupfer gestochen hat, was dann später bei seinen Chroniken, Theatren und Topographien nicht mehr möglich war. Dabei hat er einen Ätzgrund verwendet, welchen er bei seinem Lehrmeister und lebenslang verbundenen Freund,  Dietrich Meyer (1572-1658) in Zürich kennen und schätzen lernen durfte. Meyer soll die Weichgrundätzung sogar erfunden haben, indem er Fett hinzufügte und so das einritzen des Grabstichels leichter und ebenmäßiger von der Hand ging. Auch die Zusammensetzung des Ätzgrundes ist bekannt: “ Man nehme I½ Unzen  weißes und sauber gereinigtes Jungfernwachs/ I Unze schönen, klaren und fein gestossenen Mastix und ½ Unze geriebenen und fein gestossenen Asphalt… erwärme die Kupferplatte auf Kohlen/daß man einen Finger darauf leiden kann/Alsdann nimmet man den Etzgrund führet damit geschwind  von einer zur anderen Seite des Kupfers/daß alles übergangen werde. Darauf überfahret man mit einem breiten Bart der Feder von einer Ganns/den Etzgrund/ und leitet solchen also gleich überall hin…“Aus „L‘ Academia Todesca della architectura, scultura & pittura oder Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste“ (Bd. [1], 1,2, VI. Kapitel, ab S. 49 (hier S. 51).: „Vom Kupferstechen und der Etz-Kunst“.

Reste davon, sowie alte Klebespuren,  sind wohl heute noch auf der Rückseite der Kupferplatte zu sehen (sowie Farbauftragungen), denn auch die Rückseite musste behandelt werden, damit sie vor der Säure geschützt blieb. Zudem müssen die Bilder für den Kupferstich spiegel-, seitenverkehrt radiert werden, damit sie nachher richtig dargestellt wiedergegeben werden.

Göße der Platte: ca. 156×119 mm; (6.25 x 4.70 inches).

Betitelt in der Biblicae Icones ist der Kupferstich mit „PROPHETIA HABACUC“ und erscheint auf S. 55. Die erste Ausgabe erschien in vier querformatigen Quartbändchen von 1625-27 in Frankfurt, noch ohne Bibeltext, nur mit Begleitversen in 3 Sprachen von Johann Ludwig Gottfried. Nach erscheinen des letzten Heftes kam die ganze Folge auch zusammengebunden auf den Markt.

Um 1629 gelangten die Platten in den Besitz von Lazarus Zetzners Erben in Straßburg, welche mind. 2 seitengleiche Neudrucke davon herausbrachten, bevor der Verlag 1630 die nun bekannt, beliebte Bilderbibel mit Texten Martin Luthers in Folio herausbrachte.

70 Jahre später erscheinen die Platten dann wieder bei Merians Erben in Frankfurt, als diese eine ähnliche Lutherbibel herausbrachten. Aus der Merianischen Versteigerung 1726 erwarb dann offenbar Philipp Heinrich Hutter die Platten und illustrierte damit die Katholische Mainzerbibel von Johannes Amos (Wüthrich).

Die Bibelbilder Merians waren so beliebt, dass diese mehrmals nachgestochen wurden, insbesondere von niederländischen Verlagen kamen etliche, abgekupferte Kopien hervor. So bei Viesscher, Wursten, Dancker Danckertsz, Schabaelie… aber auch in England und Frankreich. Dort erschien das sehr beliebte Werk unter dem Pseudonym „Le Sieur de Royaumont“ mit 30 Auflagen während hundert Jahren.

Auch heute noch gilt die Bilderbibel Merians wegweisend und wird des öfteren als Faksimile neu aufgelegt.  Eine Ausgabe vom Verlag Müller & Schindler erschien 1985 beim Coron-Verlag. Für den Band des Alten Testaments diente das altkolorierte Exemplar der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main als Vorlage. Für das Neue Testament ein Exemplar aus der Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Die Bände wurden damals für nahezu € 1.700.- an der Haustür angeboten. Eine aufwändigere Version mit geprägtem Ledereinband, punziertem Goldschnitt und Schließen von Coron im Kindle-Verlag 2004 erschienen, kann auch bei uns (AT) erworben werden. 

 

Der dargestellte Prophet Habakuk

Habakuk lebte im 7. Jahrhundert vor Chr. (Chaldäer (1,6) und war ein Zeitgenosse von Jeremia, Hesekiel, Daniel und Zephanja. Er  prophezeite in den letzten Tagen des Assyrerreiches und zu Beginn der babylonischen Weltherrschaft unter Nabopolassar und dessen Sohn Nebukadnezar.

Nach dem Tod König Josias (2Chr 35,20-24), welcher bedeutsame geistliche Reformen in Juda einführte (2Kö 22.23), kehrte das Volk wieder zu seinen bösen Wegen zurück (vgl. Jer 22,13-19), was Habakuk zu der Frage veranlasste, weshalb Gott schwieg und es nicht bestrafte (1,2-4).

Der Kern seiner Botschaft liegt in dem Aufruf, Gott zu vertrauen (2,4):

»der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.« Hebr 10,35-39; Mi 7,7-10.ä

Entsprechende Bibelstellen aus dem Buch Habakuk im Tanach zur Kupfertafel passend  (AT):

„Weh dem, der eine Stadt mit Blut erbaut und eine Ortschaft/Festung auf Unrecht gründet.“ Hab 2,12.

… Jahwe gab mir Antwort und sagte: / „Schreib nieder, was du siehst, / schreib es deutlich auf die Tafeln, / dass man es fließend lesen kann.  Denn was du schaust, gilt zur bestimmten Zeit, / es weist aufs Ende hin, / es täuscht dich nicht. / Und wenn es sich verzögert, warte darauf, / denn es kommt bestimmt, / es bleibt nicht aus! 4 Sieh, die Strafe trifft den, der nicht aufrichtig ist! / Doch der Gerechte lebt durch seinen Glauben. (Jesaja 48.22) (Römer 1.17) (Galater 3.11) (Hebräer 10.38) . … auch wenn er alle Völker zusammentreibt / und alle Nationen um sich vereinigt … Plötzlich stehen deine Gläubiger vor dir, / deine Bedränger erwachen … Seht, kommt es nicht von Jahwe, dem Allmächtigen, / dass Völker sich fürs Feuer plagen, / Nationen sich abmühen für nichts?

Den Namen Christus erwähnt Habakuk zwar nie, er spricht jedoch vom Retterdienst Jesu, als »Gott deiner Errettung« (3,18). In Habakuk finden wir auch eine Vorschattung der künftigen Errettung durch Christus: »Du ziehst aus zur Rettung deines Volkes, zum Heil mit deinem Gesalbten; du zerschmetterst das Haupt vom Haus des Gesetzlosen, du entblösst die Grundmauer von unten bis oben« (3,13). Im AT wie auch im NT wird bestätigt, dass Jesus »der Gesalbte« ist (Ps 28,8; Dan 9,25-26; Apg 4,27; 10,38; Hebr 1,9). Ev. möchte Merian diese Szene durch das Kind auf der Tafel darstellen, oder aber auch das Wehklagen.

 

https://www.e-rara.ch/zuz/content/zoom/7589238

https://www.bibel-online.net/buch/dual/luther_1912/offenbarung/21/neue_evangelistische/habakuk/2/

https://www.jesus.ch/information/bibel/hintergrund/basisinformation/134852-habakuk.html

Icones Biblicae Teil III. 

Lucas Heinrich Wüthrich 1-3, Das druckgraphische Werk von Matthäus Merian d. Ae.  

Wüthrich 3: „Die großen Buchpublikationen“ Bibel Nr. 140: 

„Habakuk redet vom Untergang der Stadt, die mit Blut gebaut wurde. (Habakuk 2,12-13); Nahum und die große Hure Ninive. Die brennende Stadt (Nahum 3,4-15)“

Peter Meinhold: Matthaeus Merian „Die Bilder zur Bibel“, Hoffmann und Campe Verlag. Die Darstellung Habakuk`s auf S. 178 leider falsch beschriftet (vertauscht).

Rückseite

Rückseite

 

Original Kupferstich von der Platte aus Icones Biblicae

Original Kupferstich von der Platte aus Icones Biblicae und den Versen (nicht inbegriffen).

Preis auf Anfrage.

0,00 EUR

Zeiller, Martin – Merian, Matthäus: Komplette  Topographiæ Germaniæ. 31 Bde. bzw. Teile sowie Gesamtregister in zus. 18 Bdn. Frankfurt, M. Merian, C. Merian u. Merian Erben, 1642-1736. Fol. Gr.-4to.(ca.32:22 cm). Es fehlt insgesamt nur eine einzige Kupfertafel der meist frühen Ausgaben ! ( Ansicht von Rotterdam). Dazu um etliche vermehrt.

Gesprenkelte Kalbsldr.-Bde der Zeit auf 6 Bünden über Holzdeckeln mit reicher RVerg. und RSchild. Blindgepr. Streicheisen-, Stempel- u. Rollbandornamentik mit floralen und ornamentalen Elementen. 5 Bände davon im gleichen Stil hervorragend nachgebunden.

Die umfangreichste deutsche Topographie des 17. Jahrhunderts, Lebenswerk Merians und Glanzstück Frankfurter Buchkunst. Meist in ersten Ausgaben und mit schönen, satten Abdrucken der Kupfer. Insgesamt schönes, sehr gut erhaltenes und in dieser Vollständigkeit in so frühen Auflagen sehr seltenes Exemplar in einheitlicher Bindung der Zeit.

„Vollständige Reihenwerke werden praktisch nicht mehr angeboten. Sammler sind gezwungen, die Bände einzeln zusammenzukaufen“ (Wüthrich).

Martin Zeiller und Matthäus Merian schufen hier ein unglaublich umfassendes Werk mitten im 30-jährigen Krieg, aus einer Zeit unserer Vorväter, mit malerischen Stadtansichten wie Sie vor den Kriegen zu sehen waren. Außer in Deutschland (damalige Reichskreise) werden auch Gegenden, Orte, Bauwerke…(Merian schreibt im ersten, erschienenen Band der Eydgnoßenschafft  „nicht nur eines Stätte=Buchs, sondern einer Orth=Beschreibung/oder Topographiæ particularis“) in Österreich, der Schweiz, der Niederlande, Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Ungarn, Tschechien, teilweise auch Spanien, Kroatien, Serbien, Slowenien, Griechenland und der Türkei beschrieben.

Bei Koller Auktionen in Zürich wurde für eine ähnliche Ausgabe am 25. Juni 2010  CHF 170.000.- (entspricht ca. € 156.500.- inkl. Auktionsgebühren) bezahlt, allerdings ohne die Bände von Frankreich, Italien und Rom, welche hier mit vorliegen und bei dieser Vollständigkeit und Erhaltung mit mind. weiteren € 15.000.- angesetzt werden müssen.

Herausragende Provenienzen:

1700: 3 Ausgaben mit dem  Besitzvermerk auf den Kupfertitel von Jacob Wilhelm Tetzel.

[ Jacob Wilhelm Tetzel von Kirchensittenbach stammt aus dem Nürnberger Patriziat, studierte  in Altdorf und lebte Ende des 17. / Anfang 18. Jahrhunderts. ].

Tatsächlich ist 1678 ein Jacob. Wilhelmus Tezel von Kirchensittenbach (P. N.) unter den Matrikeln der Universität Altdorf eingetragen unter “ I, 275* / 99. Rector.Man. Hoffmann IV. 1678 VII. 1 – 1679 VI. 30. / VIII. Nr 27 /11735). Siehe dazu „Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte“ Vierte Reihe, Matrikeln Fränkischer Schulen, Erster Band, Königl. Universitätsdruckerei Stürtz, Würzburg 1912.

Foto: vd17 29:723546R  Digitale Sammlungen der UB Erlangen-Nürnberg 

 

 

 

1800: Aus der Bibliothek des Herrn Pfarrer Markus Philipp Burk mit dessen handschriftlichem Besitzvermerk von 1800 „M. M. P. Burk. Pfarrer zu Markt Weiltingen 1800“ und zahlreiche bibliographische Angaben auf dem Vakatblatt der ersten beiden Bände von seiner Hand. Seine Annotationen umfassen u.a. ein ausführliches Register der vorliegenden Bände, wie sie übrigens heute noch eingebunden sind.

Markus Philipp Burk ( * 08. Juni 1755 in Hedelfingen/Esslingen – † 06. November 1815 in Weiltingen), Kunstschriftsteller und Pfarrer zur Markt Weiltingen im Württembergischen, heute im mittelfränkischen Landkreis Ansbach (Bayern) war der Sohn des theologischen Schriftstellers Philipp David Burk ( 26. Juli 1714 Neuffen/Württemb. bis 22 März 1770 Kirchheim/Teck ), welcher u.a. in Herbrechtingen-Bolheim tätig und der Schwiegervater von Bengel war , dessen pietistischen Theorien er weiter verbreitete.  

Markus Philipp studierte die Humaniora 1768-1770 in Denkendorf und 1770-1772 in Maulbronn, danach Philosophie und Theologie an der Universität Tübingen 1772-1777. Im Jahre 1787 wurde er Diakon in Liebenzell und ab 1795 Pfarrer in Weiltingen.

Er gab mindestens 30 Schriften heraus und war bekannt für seine seltene, umfangreiche Kunstsammlung.

1900: Des Weiteren in allen Bänden das Exlibris (dat. 1926) des deutschen Generalkonsul in Buenos Aires Richard Wilhelm Staudt (* 06.03.1888 in Berlin; † 1955 in Buenos Aires).Er war Unternehmer und auch als Kunstsammler bekannt. Die Familie Staudt war eng mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II befreundet. Dieser besuchte Fam. Staudt des öfteren in Ihrer Villa in Heringsdorf während der Kieler Woche.

                                     

Lit.: „Zum Tee mit dem Kaiser in Heringsdorf“von Richard Wilhelms Sohn Guillermo, reich bebildert und liegt hier mit bei.

2020: Im Privatbesitz von Frank Seefelder.

 

In der Reihenfolge des vorhandenen Registers von 1726, wie sie auch eingebunden sind:

  1. Österreich mit 2 Anhängen. Topographia Provinciarum Austriacarum. 1649, Anhänge 1736. Kupfertitel, zus. 9 Karten u. 109 Tafeln. – Erste Ausgabe mit 94 Kupfer und 129 Darstellungen (W.: „Exemplare davon sind selten“) Wüthrich IV, 43, Sch. 1.A. Gesamt VIII + 155 (eig. 147) + XII S.-Vakatblatt mit umfangreichen Annotationen zum Werk von M.M.P. Burk datiert 1800. Brief Staudt`s mit Anfrage und Antwort an die Frankfurter Stadtbibliothek mit eingebunden. Die Anhänge in siebenter Ausgabe und separat gebunden, ebenfalls mit Anmerkungen von Pfr. Markus Philipp Burk auf dem 2. Vakatblatt von 1808 (“ … auch noch der besondere Anhang enthalten, welcher die Beschreibung der Grafschaften Windhag, Reichenau, Horn, Drosendorf und Petronell in sich faßt und unter allen Abtheilungen der Zeilerisch=Merianischen Topographie das allerseltenste Stück ist…“) . Anhang I (14 Kupfer mit 22 Darstellungen) 49a. Gesamt I + 8 S. -Anhang II mit Windhaag, Reichenau, Petronell (10 Kupfer mit 13 Darstellungen) 49b. Gesamt 14 + I (Register) + II (Kupferverz.) S.- Wenige Tafeln knapp beschnitten. Vollständig.

 

              

2. Böhmen – Mähren – Schlesien. Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae. 1650. (Tschechien) Kupfertitel, 3 Karten u. 34 Tafeln mit 38 Darstellungen. – W. IV, 51, Sch. 14.A. Gesamt 192 + XVII S.-Erste Ausgabe. – Als Beiband zum Österreichband gebunden. S. 65-72 nach S. 88 verbunden. Mit dem oft fehlenden Kupferverzeichnis (W.). Vollständig.

 

          

3. Schwaben. Topographia Sueviae. 1643. Kupfertitel, 2 Karten u. 58 Tafeln. – W. IV, 11, Sch. 22.A.  Gesamt VIII + 100 + X S.-Erste Ausgabe.  Mit den beiden Tafeln von Hall (Schwäbisch Hall, W. Nr. 49) und Hechingen mit Schloß Hohenzollern (W. Nr. 55) – Vor Bayern gebunden. Titel mit kurzem Besitzvermerk von Tetzel im unteren Rand. Vollständig.

             

4. Bayern. Topographia Bavariae. 1644. Kupfertitel, 3 Karten u. 54 Tafeln mit 100 Darstellungen.  Mit den später hinzugefügten Tafeln Schloß Hellabrunn und Berchtesgaden 1+2; dem Wappenkupfer nach S. 69; Rain; Regensburg; Tegernsee (6)  – W. IV, 19, S. 109, Sch. 18.A.  Gesamt 84 + VII S.- Erste Ausgabe. Mit dem meist fehlenden Kupferverzeichnis (Bericht an den Buchbinder)- Als Beiband zu Schwaben gebunden. Vollständig.

       

5. Elsaß. Topographia Alsatiae. 1644. 2 Karten u. 37 Tafeln mit 55 Darstellungen- W. IV, 15, Sch.26.A.  Gesamt IV + 53 + VI S.-Erste Ausgabe. Dagsburg (Vianden) mit dem Dopelblatt, vergl. W.S. 89. Dünnes Blatt auf  S. 9/10 – Vor den Band Pfalz gebunden. Vollständig.

       

6. Rheinpfalz. Topographia Palatinatus  Rheni. mit Zuegab 1645. Kupfertitel, 3 Karten u. 58 Tafeln mit 97 Darstellungen. – W. IV, 24, Sch.30.A. Gesamt 67 + V; Zuegab 17 + II S.- Erste Ausgabe. – Mit den hinzugefügten Tafeln Heidelberg von Süden + Großes Faß; Osterburg + Lindenfels + Meisenheim; Lambrecht + Sinsheim + Wiesloch; Lambsheim + Lauterecken + Hagenbach (siehe W. 4 S. 135).  Die Tafel der Römischen Münzen im Österreichband vorh. (wo sie auch hingehört). Als Beiband zu Elsaß gebunden. Vollständig.

       

7. Mainz – Trier – Köln. Topographia Archiepiscopatuum Trevirensis et Coloniensis. 1646, mit Anhang 1654. Kupfertitel, 3 Karten u. 40 Tafeln. – W. IV, 28/29, Sch.34.A. Gesamt 54 + VI; Anhang 41 + V S.- Erste, frühe Ausgabe (mit schönen, tiefen Abdrücken), da noch ohne die Karte vom Eichfeld (Wüthrich). Titel mit kurzem Besitzvermerk Tetzel`s im unteren Rand. Vor den Frankenband gebunden. Vollständig.

     

8. Franken. Topographia Franconiae. 1648. Kupfertitel, 1 Karte u. 42 Tafeln mit 50 Darstellungen (inkl. der beiden Portraits). – W. IV, 39, Sch. 40.A. Gesamt VI + 78 (eig. 76) + X S.- Erste Ausgabe. – Als Beiband zu Mainz gebunden. Mit zwei zusätzlichen Porträts von Johann Philipp von Schönborn, S. 62 und Melchior Otto (Voit von Salzburg), S. 14, beide gest. von Merian. Tafel Bamberg die Indices (unten) knapp beschnitten (W.Nr. 45). Vollständig.

   

9. Hessen. Topographia Hassiae. 1646. Kupfertitel, 3 Karten u. 59 Tafeln mit 124 D. – W. IV, 33, Sch. 45.A. Gesamt IV + 91 + V S.-Erste Ausgabe (schöne, satte Drucke)- Vor den Westfalenband gebunden. Vollständig.  

   

10. Westfalen. Topographia Westphaliae. (1647). Kupfertitel, 1 Karte u. 50 Tafeln mit 86 Darstellungen. – W. IV, 37, Sch. 49.A. Gesamt 94 + V S.- Erste Ausgabe. – Als Beiband zu Hessen gebunden. Vollständig.

       

11. Niedersachsen. Topographia Saxoniae inferioris. 1653. Kupfertitel, 4 Karten u. 37 Tafeln mit 57 Darstellungen. – W. IV, 60, Sch. 51.A. Gesamt 242 (eig. 218) + V S.-Erste Ausgabe. Vollständig.

   

12. Braunschweig-Lüneburg. Topographia und Eigentliche Beschreibung Braunschweig und Lüneburg. 1654 (= um 1660). Kupfertitel, 3 Karten u. 132 Tafeln. – W. IV, 64, Sch. 55.B.  Gesamt IV + 220 (eig. 218) + X S.-Zweite Ausgabe. Vollständig.

 

13. Obersachsen. Topographia Superioris Saxoniae Thüringiae, Misniae, Lusatiae. 1650 (= 1690). Kupfertitel, 5 Karten u. 61 Tafeln mit 91 Darstellungen. – W. IV, 56, Sch. 59.B.  Gesamt 196 + XI S.-Zweite Ausgabe. Entgegen Schuchard und Wüthrich hier mit einem sehr seltenen Kupferverzeichnis von 69 Nummern (EA mit 63 Nr.) und satten Abzügen. Vollständig.

     

14. Brandenburg – Pommern. Topographia Electorat(us) Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae. Mit 2 Anhängen (Pommerellien u. Lifland). Wohl 1703. Kupfertitel, 4 Karten u. 73  Tafeln mit 107 Darstellungen. – W. IV, 59. Sch. 60.A, 61.B (nur 1. und 2. Ausgabe), Dritte Ausgabe. Gesamt: Pommern IV + 129 + VII S.; Preußen 53 + III S.; Livland 36 + III S.- Um 3 Tafeln vermehrt (Berlin Vogelschau, Oranienburg, Brandenburg). Ohne Potsdam. Bände mit allen 4 zusätzlichen Tafeln sind selten (Wüthrich). Entgegen Wüthrich hier mit einem seltenen Kupferverzeichnis. Vollständig.

     

15. Schweiz. Topographia Helvetiae, Rhatiae et Valesiae. 1642. Kupfertitel, 2 Karten u. 55 Tafeln und 76 Darstellungen. – W. IV, 1, Sch. 62.A. Gesamt 72 + VII S.- Erste Ausgabe. – Da es sich um ein Frühexemplar handelt, hier noch ohne Neuenburg, s. W. 88+, zusätzliche Ansicht von Pfäffers-Bad (Schlucht), wohl aus Theatrum  Europaeum, Band 1 (W. Nr. 18).- Titel mit Besitzvermerk von Tetzel im unteren Rand. Vollständig.

       

16. Niederlande. Topographia Germaniae Inferioris, das ist Beschreibung und Abbildung der XVII Niederländischen Provintien. Um 1700. Kupfertitel, 12 Karten u. 107 Tafeln mit 171 Darstellungen . – W. IV, 70, Sch. 68 C. Gesamt I (Kupfertitel) + 283 + XX + II (Kupferverz.) S.-Vierte Ausgabe. Zusätzlich mit Zwolle Grundriss W. 67. Ohne die Ansicht von Rotterdam, W. 108, ansonsten vollständig.

     

17-29. Frankreich. Topographia Galliae. 13 Tle. in 3 Bdn. 1655-61. 9 Kupfertitel, 18 Karten u. 308  Tafeln. – W. IV, 71, Sch. 71-83.  Gesamt: Teil 1: IV + 97 + V + VIII S.; Teil 2: VI + 35 ( eig. 33) + III S.; Teil 3: VI + 38 (eig. 36) + IV S.; Teil 4: 25 + VII S.; Teil 5: IV + 24 (eig. 22 + II S.; Teil 6: 26 + IV S.; Teil 7: II + 71 + V + II (Kupferverz. für Teil 5-8) S.; Teil 8: II + 47 + III (Register) + IV (Plätze … Statt Rovan sich befinden) S.;Teil 9: 25 + III S.; Teil 10: 58 + V S.; Teil 11: 80 + IV S.; Teil 12: 39 + III S.; Teil 13: 37 + III + II (Kupferverz. für Teil 9-13) S.- Anhang Morea 29 + III S.- Sehr seltene erste Ausgabe (mit den Widmungen), W. S.486: „…übrigens von großer Seltenheit“… und weiter“… daß die wenigen gedruckten Exemplare wohl schnell vergriffen waren“. –  Außerdem mit den beiden zusätzlich vorhandenen Kupfertafeln von 2 Platten 1.) Invalidendom von der Seine aus „ Elevation de la Prinzipal Entrée de l` Hostel Royal de Invalides…“  und  2.) Invalidendom, von hinten ( „Elevation de la Fassade de derbere de l`Hostel Royal des Invalides…“ ). Wüthrich IV, Nr. 89 b und 89a. Vollständig.

           

30. Italien mit Anhang. Topographia Italiae & Anhang Königreich Morea. 1688. Kupfertitel, 7 Karten u. 46 Tafeln mit 70 Darstellungen. – W. IV, 81-82, Sch. 99.A. Gesamt VIII + 160 + XI S. Erste Ausgabe. – Rom und Venedig (W. 36 u. 44) unten knapp beschnitten. Vollständig.

          

31. Rom. Topographia Urbis Romae. 1681 (= um 1690). 101 Tafeln – W. IV, 78, Sch.102.B. Gesamt III + 74 S.- Zweite Ausgabe. Der Text von J. J. Boissard, deutsch von D. de Bry. –  Wie meist ohne das Kupferverzeichnis. Ansonsten vollständig.

 

32. Hauptregister. 1726 – Sch. 98.B; W. IV, 88, 98.B.  Gesamt 200 S.-Zweite Ausgabe. Separat gebunden. Vollständig.

   

Literatur:

W. =  Lucas Heinrich Wüthrich: Teil 4, Das druckgraphische Werk von Matthäus Merian d. Ae. „Die großen Buchpublikationen-Die Topographien“ 

Sch. = Schuchard: „Die Zeilller-Merianischen Topographien bibliographisch beschrieben“

Wüthrich: „Das druckgraphische Werk von Matthäus Merian d. Ae.“ Bände I – IV

Eckardt: „Matthäus Merian – Eine kulturhistorische Studie“

Brunner: Martin Zeiller: „Ein Gelehrtenleben“

Kühlmann: „Eigenart und Vermittlungsfunktion der polyhistorischen Reihenwerke Martin Zeillers“

„Catalog zu Ausstellungen Matthaeus Merian des Älteren 15.9. – 7.11.1993“  

Bachmann: „Die alten Städtebilder“

Martin Zeiller (* 17. April 1589 in Ranten, Steiermark; † 6. Oktober 1661 in Ulm)

 

Matthäus Merian der Ältere (* 22. September 1593 in Basel; † 19. Juni 1650 in Langenschwalbach)

 

 

119.500,00 EUR

 

Ulm. – Ulma . Gesamtansicht von Ulm. Kolorierter Holzschnitt aus: Hartmann Schedels Weltchronik (auch Nürnberger Chronik), (1493). 19,5 x 52 cm auf dem ganzen Doppelblatt. Original aus der lateinischen Erstausgabe 1493.

Bachmann 2145. – Große Ansicht von Ulm. Inkunabelblatt aus der berühmten Chronik.

Darüber und rückseitig mit dem lateinischen typographischen Text. Bugfalte geglättet.

790,00 EUR

 

 

Umbständliche und eigentliche Beschreibung von Asia: In sich haltend die Landschafften Mesopotamien, Babylonien, Assyrien, Anatolien oder Klein-Asien: Nebenst einer vollkommnen Vorstellung des glücklichen, wüsten und steinigten Arabiens. Zusamt deren verschiednen Namen, Grenzen, Abtheilungen, Städten, Flecken, Gewächsen, Thieren, Sitten, Trachten, Regierung, Geschichten und Gottesdienst, insonderheit der alten Araber, des Mahomets und der Mahometaner. … Anitzo aber ins Hochteutsche getreulichst übersetzet von Johann Christoff Beer.

 

 

 

Mit gestochenem Frontispiz, 3 gefalteten Kupfer-Karten, 20 (von 21, 13 gefalteten) Kupfer-Tafeln und 8 halbseitigen Textkupfern. Es fehlt die Ansicht von Abydos („Abidos in Asia“).

Nürnberg, Froberg für Hoffmann, 1681. 4 Bl., 556 S., 6 Bl. 33 x 20,6 cm.

Pergamentband der Zeit mit altem handschriftlichen Rückentitel.

Erste deutsche Ausgabe. Blackmer 450 Tiele 300 vgl. Lipperheide Lc 4. Dapper berichtet über Geschichte, Kultur, Religion und Landschaft von Anatolien, den Irak und Iran sowie die gesamte arabische Halbinsel. Die Karten zeigen Basra und Umgebung, Anatolien und Arabien. Die Tafeln mit Ansichten von Babylon, Bagdad, Ephesus, Ninive, Aden, Volkstrachten, Brauchtum, einem Kaffeestrauch u.a. Gereinigt, einige, zum Teil hinterlegte Randeinrisse.

       Kaffee

4.450,00 EUR

Grundlegendes Werk zur Kriegskunst des 17. Jahrhundert.Kriegs-Arbeit oder Kriegs-Kunst. Zerteilet in drei Theile.

Neuer Druck so wohl an den Sachen selbst, mit einer umständigen Erklährung der Türkischen Kriegs-Macht; als mit einem grossern Anzahl Kupferstichen ansehnlich vermehret und verbessert. Aus dem Frantzösischen verhochdeutschet.

3 Teile in 1 Band. Mit 3 gestochenen Titeln und 410 (von 411) ganzseitigen Textkupfern. Amsterdam, Waasbergen u.a., 1687. 19,2 x 11,5 cm. Pergamentband der Zeit (gereinigt) Graesse IV, 345 Fromm 16089 Jähns 1345: Das Werk ist eines der ausgezeichnetsten, welche in dieser Art veröffentlicht wurden.

Die Kupfer zeigen Befestigungen, Kriegsgerät, Schlachtformationen, Uniformen etc. teilweise mit kleinen Stadtansichten aus allen Teilen Europas im Hintergrund, darunter Amsterdam, Antwerpen, Barcelona, Lissabon, Madrid, Neapel, Turin, Venedig u.v.m. Das auf Seite 212 geplante Kupfer nicht ausgeführt (Plattenränder schwach sichtbar). Teilweise mit dezenten Bleistiftbeschreibungen, nur teilweise leicht braunfleckig, sonst außergewöhnlich gutes Exemplar.

1.880,00 EUR


Arnoldus Montanus: 

„Die Unbekante Neue Welt, oder Beschreibung des Welt-teils Amerika, und des Sud-Landes: Darinnen vom Vhrsprunge der Amerikaner und Südländer, und von den gedenckwürdigen Reysen der Europer danach zu. Wie auch Von derselben Festen Ländern, Inseln, Städten, Festungen, Dörfern, vornehmsten Gebäuen (Gebräuchen), Bergen, Brunnen, Flüssen und Ahrten der Tiere, Beume, Stauden, und anderen fremden Gewächse; Als auch von den Gottes-, und Götzen-diensten, Sitten, Sprachen, Kleider-trachten, wunderlichen Begräbnissen, und so wohl alten als neuen Kriegen, ausführlich gehandelt wird; Durch und durch mit vielen nach dem Leben in Ameriken selbst entworfenen Abbildungen geziert. Durch Dr. O(lfert). D(apper). Zu Amsterdam bey Jacob von Meurs auf der Keysergraft in der Stadt Meurs 1673.“


Erste deutsche Ausgabe in der Übersetzung und Erweiterung (658 Texts. ggü. 585 Texts. der niederl. Ausgabe) von Olfert Dapper (1636-1689) nach der kurz zuvor veröffentlichten niederländischen Originalausgabe.“This is a classic book on America, and is much sought after by collectors of Americana as it contains one of the first views of New York. It is sought after no less eagerly by collectors of Braziliana, being a classic work of the Dutch period“ (Borba de M.). „Sought chiefly for its plates, especially for the engraved view of New Amsterdam which is, without any doubt, the handsomest, and at the same time offers us the most agreeable  view of the Dutch New-York of those which have come down to us.“ (Asher, Sabin ). „For beauty and wealth of copperplates comparable only to de Bry“ (Howes).


Die Karten zeigen Amerika, Peru, Chile, Mexiko, Venezuela, Brasilien, Bermudas, Feuerland u. a. Die Ansichtstafeln mit den wichtigen Städten und Häfen der Neuen Welt, darunter Acapulco, Bahia, Havanna, Neu Mexico, Lima, Potosi, Salvador, Florida und eine der ersten Ansichten von New York (New Amsterdam) überhaupt. Die eindrucksvollen Porträts von Kolumbus, Amerigo Vespucci, Attabaliba (Inkakönig), Montezuma und Magellan. Die Textkupfer zeigen meist Ureinwohner, Indianer, Kannibalen, charakteristische Trachten, Schlachten, Besetzungen, Religiöse Riten, Sitten und Gebräuche, Tiere und Pflanzen sowie weitere Ansichten.

Das Vorsatzpapier zeigt auf einem Wasserzeichen einen Heißluftballon mit Luftschiffer in der Gondel. Dieses Motiv bezieht sich auf den Heißluftballon der Gebrüder Montgolfier und stammt aus einer hessischen oder baden-württembergischen Papiermühle vom Ende des 18. Jahrhundert (Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig, Papierhistorische Sammlungen). Somit wurde das Buch zu dieser Zeit, wohl unter Verwendung des alten Einbandes, neu eingebunden.

Wegen seiner Geschichte und Landeskunde, sowie der hervorragenden Illustrationen, (meist erstmals) mit schönen Staffagen ausgestatteten Karten, ein gesuchtes Werk.

Es gibt insgesamt 3 Ausgaben. Eine niederländische von Arnoldus Montanus (als Autor benannt), eine deutsche Übersetzung von Olfert Dapper (beide bei Meurs gedruckt) und noch eine Englische von John Ogilby, der sich die Kupfertafeln von Meurs zusenden ließ (beide nennen sich als Autor, ohne Erwähnung von Montanus).

In der deutschen Ausgabe mit der original Amerikakarte „Novissima et Accuratissima Totius Americae Descriptio per Gerardum A. Schagen“, welche  u.a. Kalifornien als Insel und die Straße von Anian (Nordwestpassage), darstellt (hier in Kopie vorhanden). Ogilby kupferte diese für die englische Version ab.

Das Werk von Montanus wurde unter der allgemeinen Leitung Dr. Olfert Dapper`s von Jacob Meurs in Amsterdam gedruckt.  Asher schreibt dazu: „This volume forms part of the great collection of Dapper.“ Das Copyright für diesen Band erwarb Meurs am 28. Juli 1670. Offenbar hatte Meurs mit John Ogilby eine Vereinbarung getroffen, die die Veröffentlichung einer Ausgabe des Werkes in englischer Sprache ermöglichte. Ogilby erwähnt in der englischen Ausgabe weder Montanus noch Meurs, obwohl ein Großteil der Arbeit eine direkte Übersetzung ist und er seine angefertigten Tafeln und Karten nutzte. In der John Carter Brown Library, der New York Public Library und der Harvard Library befinden sich Ausgaben von Ogilby mit dem Datum 1670 auf der Titelseite. Diese offensichtliche Priorität des Datums hat zu Verwirrung hinsichtlich der Urheberschaft und der relativen Reihenfolge der Veröffentlichung geführt. Tatsächlich hatte Ogilby, wie Meurs, 1670 vorgehabt, das Werk zu veröffentlichen. Er hatte Schwierigkeiten Informationen über die britischen Kolonien zu erhalten, wie wir aus einem Brief an John Locke von Peter Colleton wissen. Seine Veröffentlichung wurde im Juni 1670 für den folgenden Januar angekündigt. Im November 1670 wurde es als „eine gute Vorwärtsbewegung“ angekündigt. Es wurde aber schließlich erst am 3. November 1671 veröffentlicht. 1673 erschien die hochdeutsche Ausgabe, deren Urheberschaft Olfer Dapper zugeschrieben wird (Cumming).

Die deutsche Ausgabe ist wohl die seltenste, wenn Sabin Asher  zitiert: „The only copy of this rare book to be found in Holland belongs to Mr. Campell, deputy librarian at the Hague“. S. 16  in George Michael Asher`s : „A bibliographical and historical essay on the Dutch books and pamphlets relating to New-Netherland, and to the Dutch West-India company and to its possessions in Brazil, Angola, etc.“

EINBAND: Lederband der Zeit. Folio, 32 : 21,5 cm. – ILLUSTRATION: Mit Kupfertitel, 15 doppelblattgroßen bzw. gefalteten Kupferkarten (von 16), 38 Kupfertafeln  und 70 Textkupfern. – KOLLATION: 1 weißes Blatt mit schönem Wasserzeichen.1 Blatt Kupfertitel, 1 Titelblatt, 1 Blatt Privilegium, 1 Blatt Vorrede an den Leser,  658 S. (gegliedert in 3 Bücher), 11 Bll. (21 Seiten Blattweiser und 1 S. Anweisung an den Buchbinder), 5 leere Bl. mit verschiedenen Wasserzeichen). – ZUSTAND: Ohne die, meist fehlende, Gesamtkarte Amerikas, ansonsten komplett.  – Stellenw. etw. wasserrandig und fingerfl., teilweise, fachmännisch hinterlegte Einriße, meist im unteren Bereich (außerhalb des Textes),  1 Textkupfer ( allerletzte) mit Tintenfleck. Ansonsten insgesamt sehr guter Gesamtzustand. Provenienzen.

LITERATUR: Sabin 50087. – VD17 3 –  Howes D 59. – Alden/landis 673/111. – Church 613. – William P. Cumming, 67 – Borba de Moraes I, 245 und II, 586 Anm. – Tiele 763, Anm. – Schwartz-Ehrenberg, S. 118. Zur niederl. Ausgabe: Asher, New Netherland 14, Servies 200, Howes M733 (b).

 

Arnoldus Montanus, eigentlich Arnold van den Berghe (* 1625 in Amsterdam; † 1683 in Schoonhoven) war ein niederländischer Theologe (wie sein Vater) und Historiker. Er verfasste zahlreiche Bücher über Kirchengeschichte, die „Neue Welt“, Asien (Japan und China) und über die Niederländer in Übersee. Er gab u. a. 1612 Guiccardinis Beschreibung der Niederlande auf  niederländisch heraus, 1614 von Pontanus die Beschreibung Amsterdams und 1621 Mercators Cosmographicae Meditationes. Desweiteren war er auch Autor des Atlases von Jod. Hondius, dessen Schwager er war (Leo Bagrow/Skelton). Er kaufte u.a. den Mitarbeitern der Niederländischen Ostindien-Kompanie und Seefahrern Ihre Reiseberichte und Informationen ab und veröffentlichte diese in seinen Büchern, welche großen Einfluß auf die Wahrnehmung der Europäer auf die entsprechenden Gebiete ausübte.

Dr. Olfert Dapper (Januar 1636 Jordaan/Amsterdam – 29. Dezember 1689 Amsterdam) war ein angesehener niederländischer Arzt und Schriftsteller. Er schrieb maßgebliche Bücher über Weltgeschichte und Geographie, insbesondere über die Niederlande, Afrika, Asien (China, Indien, Persien, Syrien, Arabien, Mesopotamien, Babylon, das Heilige Land…), Griechenland und Amerika, welche mit sehr schönen Abbildungen und Karten verziert wurden. Er selbst hat jedoch die Niederlande nie verlassen. Seine Werke wurden ins Französische, Englische und Deutsche übersetzt und prägten das Bild der Europäer über die „Welt“.

Olfert Dapper

William P. Cumming wrote in „The Southeast in early maps: „The work by Montanus is  under the general editorship of Dr. Olfert Dapper, printed by Jacob Meurs of Amsterdam. The copyright for this volume was obtained by Meurs on July 28, 1670. Meurs evidently had an agreement with John Ogilby permitting publication of an edition in English of the work. Ogilby makes no reference to Montanus or to Meurs in the English edition, though much of the work is a direct translation. In general Ogilby used the plates and maps made for the Dutch edition by Meurs. In the John Carter Brown Library, New York Public Library, and Harvard Library are editions of Ogilby with the date 1670 on the title page. This apparent priority of date has caused confusion concerning the authorship and relative sequence of publication. Actually, Ogilby, like Meurs, had intended to publish the work in 1670. He had difficulty in getting information about the British colonies, as we know from a letter to John Locke from Peter Colleton. Its publication was announced in June 1670 for the following January; in November 1670 it was announced as in „a good forwardness“; and it was finally published November 3, 1671. In 1673 the High German edition, the authorship of which is attributed to Olfer Dapper, appeared.

 

First German edition. With engr. title, 1 doublepage or folding, 16 engr. maps , 38 copperplates and 70 text engravings. Contemp. calfskin – Lacking map of America. The last text engraving with ink holes. Original Binding restored. Some water stains on the edge, otherwise very good condition.

17.800,00 EUR

Riegel, C.: Der getreue Reiß-Gefert durch Ober- und Nieder-Teutschland. Das ist: Grundrichtige und ausführliche Abhandlung derer jenigen Residenzien, Städte, Schlösser, Vestungen, welche einem Reisenden sich hin und wieder vorstellig machen. Nürnberg, Witwe A. Knorz für C. Riegel, etwa 1695, erweiterte Ausgabe. 12mo. (13:8 cm).

Mit doppelblattgr. gest. Front. u. 119 (statt 120) Kupferansichten. 1 leeres Bl. mit Wasserzeichen, 1 dopplblattgroßer Kupfertitel, 1 Titelbl., 3 Bll. Vor=Bericht (so vollständig), 868 S. , 2 (leere) Bll., Ldr. d. Zt. mit reicher Rvg. u. Rsch. Vorderdeckel u. Gelenk mit kl. Wurmspur, Lesebändchen. Schöne, kräftige und saubere Abdrucke.

Meist sind die Exemplare stark abgenutzt, da sie oft auf Reisen mitgenommen wurden oder es wurden die Ansichten herausgetrennt. In dieser sehr guten Erhaltung und Vollständigkeit daher selten vorzufinden.

VD 17 3:612563W; vgl. Paisey G 564 u. Fauser I, LXIV (jeweils Erstausgabe 1686). – Geschätzter Reiseführer des Barock. Unter den reizvollen Ansichten die Städte Altenburg, Amberg, Amsterdam, Antwerpen, Aschaffenburg, Augsburg, Baden-Baden, Bamberg, Basel, Bautzen, Bayreuth, Berlin mit Schloß, Biberach an der Riß, Bonn, Braunschweig, Bremen, Breslau, Brüssel, Kassel (Cassel), Coburg, Köln (Cölln), Coppenhagen, Cüstrin, Danzig (Dantzig), Darmstadt, Dresden, Dinkelsbühl, Durlach, Eichstätt, Eisenach, Erfurt, Esslingen, Frankfurt am Main, Frankfurt an der Oder, Friedberg, Giessen,  Görlitz, Gotha, Gratz, Greifswald, Güstrow, (Den) Haag, Heilbronn, Halberstadt (Befestungsplan), Hall in Sachsen, (Schwäbisch) Hall, Hamburg, Hanau, Hanover, Harburg, Helmstadt, Heidelberg, Hildesheim, Jena, Ingolstadt, Innsbruck, Kempten, Königsberg, Landshut, Lauingen, Leipzig, Leyden, Lignitz, Lindau, Lintz, Lübeck, Lüneburg, Lüttich, Luxemburg, Magdeburg, Marburg, Mainz, Memmingen, Merseburg, München, Minden, Münster, Naumburg, Neuburg, Niemwegen, Nördlingen, Nürnberg, Öttingen, Ansbach (Onoltzbach), Osnabrück, Paderborn, Passau, Prag, Regensburg, Reutlingen, Rostock, Rottenburg an der Tauber, Salzburg, Schaffhausen, Schweinfurt, Speyer, Stettin, Stockholm, Stralsund, Strassburg, Stuttgart, Sulzbach, Donauwörth ( Thonauwerth), Trier, Tübingen, Ulm, Weimar, Wien, Weinheim, Wismar, Wittenberg, Wolfenbüttel, Worms, Würzburg, Zeitz, Zell, Zittau, Zürich, Zwickau. – Frisches Exemplar. Front. knapp beschnitten mit Bildberührung, Text oben knapp beschnitten, teils mit Berührung oder Verlust der Kopfzeile. Fehlt: Ansicht von Aachen, ohne die Deutschlandkarte und den Wegweiser.

2.880,00 EUR

Paar figürliche Kerzenhalter, Kandelaber um 1850

Eine stellt einen Landsmann, Knecht oder Junker dar, der andere eine feine Dame.

Zylindrisches Postament auf fünfeckiger Basis, zweiflammig, sehr gut erhalten.

Frankreich, um 1850.

1.200,00 EUR
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