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LEXICA

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Zeiller, Martin: Newe Beschreibung deß Königreichs Polen, und Groß-Hertzogthumbs Lithauen. Darinnen: Nicht allein die einverleibte Landschafften, sondern auch die Fürnehmbste Städt, und Plätz, so viel man deren in Erfahrung bringen können, neben derselben denckwürdigen Geschichten und Händeln, beschrieben werden: Alles mit sonderbarem Fleiß, auß den alten und newen Scribenten, und erlangten Berichten, zusamen gebracht, und nebenst einem nutzlichen Register in den Druck gegeben. Die ander Edit.

Titel in Rot u. Schwarz. Ulm, Kühne, 1652. 1 Bl., 223, 22 S., 9 Bl. Kl.-8°. Ldr. d. Zt. mit Rotschnitt, RSchild u. RVerg. (berieben, Rücken mit hs. Papierschild, Fehlstelle im VDeckelbezug, obere Gelenke angeplatzt). 2. Ausgabe. – Winkelmann 668 (EA Ulm 1647). – VD17 14:080287Z. – Estreicher XXXV, 217.

Mit Vortitel, Anhang und Register. – Vorsätze etwas leimschattig, erste u. letzte Blätter leicht angeschmutzt bzw. fleckig, papierbedingt etwas gebräunt, sonst innen insgesamt ordentlich. Poland. – 2nd edition (1st publ. in 1647). Selten.

Title in red and black. – Contemp. leather with red edges, label to gilt stamped spine (rubbed spine with add. ms. paper label, defect to coating of front board, upper joints cracking). – Some shadows of binder’s glue to flyleaves, first and las leaves slightly soiled resp. stained, browned due to paper, otherwise overall well preserved.

 

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Zeiller, Martin (1589-1661):

MISCELLANEA, ODER ALLERLEY ZUSAM[M]EN GETRAGENE POLITISCHE, HISTORISCHE, UND ANDERE DENCKWÜRDIGE SACHEN, SO ZU DESS AUTORIS VORHIN AUSSGEGANGENEM HANDBUCH, ALS EINE VERMEHRUNG, ANHANG ODER GLEICHSAM DRITTER THEIL, KÖNNEN NUTZLICHEN GEBRAUCHT WERDEN.

8vo: [1]-14-608-[11] pp. – Erste Ausgabe. Gothic type. Selten.

Ref. VD17 23:276994Y.

Exlibris Prov. Johann Ernst von Wallenrodt (1615-1697) (ex-dono). – Wallenrodtsche Bibliothek (bookpl.).

 

 

 

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Martin Zeiller: Itinerarium Italiae 1640

Zeiller, M. – Merian, M.  Itinerarium Italiae nov-antiquae: Oder Raiß-Beschreibung durch Italien. Frankfurt, M. Merian, 1640.

Mit gest. Titel, gest. Titel- und Wappenvignette, 5 doppelblattgr. Kupferkarten, 36 (33 doppelblattgr., teils gefalt.) Kupfertafeln sowie 2 Faltpanoramen (Rom u. Venedig). 3 w. Bll., 10 Bll. (Kupfertitel, Drucktitel, Widmung, Kpferverzeichnis, Catalogus Autorum, Inhaltsverzeichnis, 214 S., 26 S. Register, 1 Bl. Errata, 2 w.  Bll. Folio (340 x 210mm). Blindgeprägter Ledereinband der Zeit über 6 Bünde, Goldgeprägter Titel, RverG, Ornamentik, Rotschnitt. Exlibris. Komplett.

Die Kupfer in schönen, satten Abdrucken und breitem Rand. Sehr gute Erhaltung.

Wüthrich IV, S. 641-646, Nr. 80; Schuchhard S. 325 f. (ohne Nr.). – Einzige Ausgabe. Seltener Vorläufer der Topographia Italiae.

                      

 

 

                                                         

 

 

 

11.490,00 EUR

Martin Zeiller: Itinerarium Galliae et Magnae Britanniae 1634 Oder Reyßbeschreibungdurch Franckreich, Groß Britannien oder Wngelland und Schottland. 2 in 1 Band bei Zetzners Sel. Erben in Straßburg. Hldr-Bd. der Zeit.

 

Teil eins Frankreich in sieben Kapiteln: Titelkupfer mit Ansicht, wohl von Paris, Titel, 9 S. Widmung, 3S., 598 S., 6 S. Register der Raisen, 6 S. Register der Autoren,42 S. Register 3 S. Errate.

 

Teil zwei Großbritannien in sieben Kapiteln : Kupfertitel mit Ansicht von London, Titel, 4S. Widmung, 2 S. Register, 6 S. Register der Autoren, 234 S., 24 S. Register, 1 S. Errate, 1 w. Bl.

 

Preis auf Anfrage.

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Martin Zeiller: Hispaniae et Lusitaniae Itinerarium nova et accurata descriptione iconibusque novis et elegantibus loca earundem praecipua illustrans. Amsterdam, Janonsius Valckenier 1656.

16°, 13×7 cm., gestochener Titel, 11 n.n. Bl.(Praefatio, Index), 364 S. 40 n.n. Bl. Genealogie und Index.S. 349 und S. 350 mit kl. Fehlstelle (in Kopie beigelegt).

Zeitgenössischer Ganzpergament mit Blindprägung, ohne die beiden Bänder.

1637 erschien die Erstausgabe in deutscher Sprache. Hier die erste lateinische Ausgabe mit Kupfern.

Mit einer mehrfach gefalteten gestochenen Karte und 10 (von 19) ( teilw. mehrfach) gefalteten gestochenen Ansichten und Plänen. Satte Abdrücke!

Karte der iberischen Halbinsel und Ansichten von S. Sebastian, Burgos fehlt, Valladolid, Escorial fehlt, Madrid  fehlt, Toledo  fehlt, Braga, Conimbriae, Lissabon, Cadiz, Sevilla fehlt, Eciia, Corduba, Granada fehlt, Malaga, Alhama fehlt,Antequera, Loxa und Barcelona. Satte Abdrücke.

Selten.

       

Preis auf Anfrage.

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Martin Zeiller: „Die zehn Reichskreise „

Tractatus de X . Circulis Imperii Romano-Germanici, Oder Von den Zehen deß H. Römischen Teutschen Reichs Kraißen“ 1660 bei Georg Wildeysen in Ulm.

Gedruckt bei Wolf Eberhard Felßecker in Nürnberg.

Nach den zehn Reichskreisen geordnetes Ortslexikon. Zeiller sieht das Werk in seiner Vorrede im engen Zusammenhang mit der Topographia Germaniae, welche bei Matthäus Merian ab 1642 erschienen ist.

1.w.Bl.,Kupfertitel, signiert mit „M. Küssel f.“, Titel mit Eigentumsvermerk von 1698, XII S. Widmung und Vorrede des Verlegers, II S. Privileg, 32 S. „Anmerkungen und Zugabe zu dem österreichischen Kreis“ vorgebunden, 942 S., 35 Bl. Register, 6 Bl. Fehler, 2 w. Bl.Ledereinband, berieben und bestoßen, Rücken aufgeplatzt, 1 Schließe fehlt, roter Buchschnitt.Bis auf den Einband guter Gesamtzustand.

 

   

Martin Zeiller (* 17. April 1589 in Ranten, Steiermark; † 6. Oktober 1661 in Ulm)

 

Preis auf Anfrage.

 

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Joseph Furttenbach d. Ä.:
Newes Itinerarium Italiae: In welchem der Reisende nicht allein gründtlichen Bericht durch die herzlichste namhaffteste örter Italiae sein Reiß wol zubestellen. Ulm, J. Saur 1627.

Einer der ersten und sehr beliebten Reiseführer, noch vor Merian. „Ein Bädeker des 17. Jahrhunderts“ (ADB). Erste Ausgabe. Selten.

Die Tafeln zeigen Grundrisse von Palästen, Festungsbauten, Schleusen, Maschinen und Meßgeräte und eine schöne Karte von Italien. Behandelt werden „Ober-, und Mittelitalien“.

   

Erschien kurz vor dem Itinerarium Italiae von dem ebenfalls aus Ulm stammenden Martin Zeiller bei Merian.

EINBAND: Pergamentband der Zeit mit schwarzgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons. Quer-Kl.-4to. 16 : 20 cm.

ILLUSTRATION: Mit gestochener Titelbordüre, 29 Kupfertafeln und 1 gestochenen Faltkarte.      

KOLLATION: 18 Bll., 259 S.

ZUSTAND: Am Unterrand wasserrandig (zum Ende hin stärker).

Exlibris.
LITERATUR: VD 17, 3:300308R. – Pescarzoli 319. – Tresoldi 23. – UCBA I, 618. – Ornamentstich-Slg. Bln. 2659. – Schlosser S. 588.

 

 

 

 

 

Joseph Furttenbach d. Ä. (* 30. Dezember 1591 in Leutkirch; † 17. Januar 1667 in Ulm). Als 20. Kind eines Forstmeisters lebte er nach seiner Schulzeit (1607/08–1620) in Italien, insbesondere in Mailand, Genua und Florenz. Er machte dort eine Kaufmannsausbildung, studierte Architektur und hatte mit Gallileo Galilei Kontakt. Ab 1631 war er Verwaltungsleiter des Ulmer Bauamts und kurz darauf Ratsherr. Er konzipierte in Ulm mehrere wichtige Gebäude und wurde insbesondere für seinen Festungsbau berühmt sowie seiner Publikationen über Architektur (Architectura civilis, navalis, martialis, universalis…). Seine Kunstkammer war weit über Ulm hinaus bekannt.

 

2.250,00 EUR

 

Gottfried/ Merian Historische Chronik 1657

HISTORISCHE CHRONICA ODER BESCHREIBUNG DER FÜRNEHMSTEN GESCHICHTEN/SO SICH VON ANFANG DER WELT/BIß AUFF DAS JAHR 1619 ZUGETRAGEN:

Nach Aufteilung der vier Monarchien…  

Die  Herrscher stammen aus der Blattfolge „Antike Herrscher“ um 1617 , Wüthrich Nr. 256 Ninus, 257 Cyrus Maior, 258 Alexander Magnus, 259 Julius Cäsar und Gottfried Bullionius REX Jerusalem.

Komplette 4. Ausgabe von 1657 mit Kupfertitel, der zusätzlichen Weltkarte „Typus Orbi Terrarium“, Plan von Ostende und 5 weiteren großen Kupferstichen von Herrschern.
I-LXXI, S. 1-1185, 53 S. Register. 329 Kupferbilder (320 von Merian und 9 von Th. de Bry), sowie über 30 Medaillontafeln. Pergamenteinband der Zeit mit Titel.Innen sehr sauber, wohlerhalten. Grossfolio.
                                                  
                                                                                        
Wüthrich 3 „Die großen Buchpublikationen“
Verkauft!
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Matthäus Merian d. Ä. (1593 Basel – Schwalbach 1650): Aus der Folge  Arabesken mit geistlichen und weltlichen Symbolen. 1. Ausgabe. 16 Bll. (inkl. Titel) von 17. Eigentlich müsste die Folge eigentlich „Grotesken mit geistlichen und weltlichen Symbolen„, wurden aber von Wüthrich irrtümlich „Arabesken“ genannt (siehe Wüthrich „Merian Biographie 2007, S. 79).

Rares Frühwerk von M. Merian, während seiner Reise durch Süddeutschland. Sehr selten!

Kräftige, gegensatzreiche und feinlinige Frühdrucke vor der Nummer und mit dem Titelblatt. Erschienen bei Moritz Mittnacht, Augsburg 1616. Zur Stärkung des Papiers jeweils hinterlegt. Rückseitig nummeriert von 1-16.

Provenienz: Philipp Herrmann (* 18. August 1899 in Karlsruhe; † 19. September 1968 ebenda, Maler und Restaurator) mit dem Stempel „Lugt 1352a“ verso auf Blatt 1 und 16.

Ein Bl. die rechte obere Ecke ergänzt und nachgezogen. Jeweils 2x 8 Tafeln auf einem aufklappbaren Passepartout montiert (kann entfernt werden). Das Passepartout etwas feuchtrandig (je ca. 51x39cm).

Radierung auf Bütten. (1616). Jeweils ca.  94 x 78 mm (Blattgröße).

Nagler schreibt in Monnogrammisten IV., ab S. 484, Nr. 1567 : „Zu den großen Seltenheiten gehört eine Folge von 24 (?) Blättern mit Mustern für Goldschmiede: Allegorien, mythologische Figuren u. s. w.  mit Laubwerk und Blumen.“ Wüthrich vermutet, dass Nagler auf 24 Blätter kommt, da er wohl eine andere Folge dazugezählt hat.

Matthäus Merian wollte 1616 eigentlich eine Reise nach Italien antreten. Aufgrund der Pest musste er in Chur jedoch umkehren und reiste dann nach Augsburg. Entweder hat er die Grotesken während einer Wartezeit bereits in Chur angefertigt, da er dies ev.  „grotesk“ fand,  oder aber als Auftragsarbeit in Augsburg. Wüthrich schreibt in der Biographie zu Merian: “ Der Folge entströmt ein ungemein großer Ideenreichtum an mythologischen, biblisch-christlichen, symbolischen und emblematischen Motiven. Sie sind jeweils auf einem mehr oder weniger klar eingeteilten und genial durchkomponierten Feld übersichtlich angeordnet und fließen harmonisch ineinander. … darf man in den Blättern eine seiner graphischen Meisterleistungen erkennen.“

 

                               

 

Die Grotesken (Arabesken) im Einzelnen, nach Wüthrich:

Nr. 117 Titelblatt der 1. Ausgabe (siehe oben).

Nr. 118 Die vier Elemente, Chronos: von Merian signiert „MMerian. f.“

Passepartout Position 2

 

Nr. 119 Kreuz und Evangelistensymbole

Passepartout 2 Position 10

 

Nr. 120 Ruhe auf der Flucht und Taufe Christi

Passepartout 2 Position 11

Nr. 121 Agnus Dei

Passepartout 2 Position 12

Nr. 122 Krieg und Frieden

Passepartout 2 Position 13

Nr. 123 Symbole für den Kreuzestod und die Auferstehung Christi

Passepartout 2 Position 9

Nr. 124 Liebessymbole, Amor und Psyche

Passepartout Position 5

Nr. 125 Frauenleib mit Schlangenbeinen

Passepartout Position 8

Nr. 126 Weibertragende Kentauern (Kentauren)

Passepartout Position 6

Nr. 127 Das Tierreich, Apollo

Passepartout Position 3

 

 

Nr. 128 Geflügelte weibliche Stele

Passepartout Position 7

Nr. 129 Liegende Ceres

Passepartout Position 4

Nr. 130 Reichsadler unter Engel

Passepartout 2 Position 14

(Nr. 131 hier fehlend, nur in Kopie vorliegend: Musik und Geselligkeit, Tafelrunde)

Nr. 132 Zeichen IHS, Taube und Bibel

Passepartout 2 Position 16

Nr. 133 Zeichen IHS, Wundmale Christi und Pelikan

Passepartout 2 Position 15

Lucas Heinrich Wüthrich: Das druckgraphische Werk von Matthaeus Merian d. Ae. 1 Einzelblätter und Blattfolgen: 5. Arbeiten aus Augsburg, Stuttgart und Nürnberg. Nr. 117-133 (hier ohne 131).

Lucas Heinrich Wüthrich: Matthäus Merian d. Ä. Biographie. Hier insbesondere S. 79.

Hollstein: German Engravings, Etchings and Woodcuts 672, 1-13, 15-17

D. Guilmard, les maitres ornemanistes, Paris 1880, p. 394 f.

Georg Kaspar Nagler: Die Monogrammisten und diejenigen bekannten und unbekannten Künstler aller Schulen, welche sich zur Bezeichnung ihrer Werke eines figürlichen Zeichens, der Initialen des Namens, der Abbreviatur desselben &c. bedient haben. 5 Bände zzgl. Generalindex. G. Franz, München 1858–1863. Hier Band 4, S. 484-485.

Joachim von Sandrart: L`Academia Todesca I und II.

Preis auf Anfrage.

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UNIKAT! 

Von Matthäus Merian 1625-27 selbst entworfene und bearbeitete Kupferdruckplatte des Propheten Habakuk!

Merian (1593-1650) nutzte die Druckplatte für einen Kupferstich zunächst 1625/27 bei Icones Biblicae Pars III. (1. Chronik bis Apokryphen) auf S.55, dann bei der beliebten Merianbibel (Lazarus Zetzners Erben, Sraßburg) 1630 auf S. 130v und bei der Merianbibel (Merian sel. Erben, Frankfurt) 1704 auf S. 244. Da es zu vielen Szenen keine Vorlagen gab, musste sich Merian künstlerisch beweisen, was ihm vorzüglich gelang.

Die Bibel war eines der ersten großen Buchunternehmen Merians, so daß er  die Linien und Punkte für seine Kupferstiche alle noch selbst mit seiner Radiernadel in Kupfer gestochen hat, was dann später bei seinen Chroniken, Theatren und Topographien nicht mehr möglich war. Dabei hat er einen Ätzgrund verwendet, welchen er bei seinem Lehrmeister und lebenslang verbundenen Freund,  Dietrich Meyer (1572-1658) in Zürich kennen und schätzen lernen durfte. Meyer soll die Weichgrundätzung sogar erfunden haben, indem er Fett hinzufügte und so das einritzen des Grabstichels leichter und ebenmäßiger von der Hand ging. Auch die Zusammensetzung des Ätzgrundes ist bekannt: “ Man nehme I½ Unzen  weißes und sauber gereinigtes Jungfernwachs/ I Unze schönen, klaren und fein gestossenen Mastix und ½ Unze geriebenen und fein gestossenen Asphalt… erwärme die Kupferplatte auf Kohlen/daß man einen Finger darauf leiden kann/Alsdann nimmet man den Etzgrund führet damit geschwind  von einer zur anderen Seite des Kupfers/daß alles übergangen werde. Darauf überfahret man mit einem breiten Bart der Feder von einer Ganns/den Etzgrund/ und leitet solchen also gleich überall hin…“Aus „L‘ Academia Todesca della architectura, scultura & pittura oder Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste“ (Bd. [1], 1,2, VI. Kapitel, ab S. 49 (hier S. 51).: „Vom Kupferstechen und der Etz-Kunst“.

Reste davon, sowie alte Klebespuren,  sind wohl heute noch auf der Rückseite der Kupferplatte zu sehen (sowie Farbauftragungen), denn auch die Rückseite musste behandelt werden, damit sie vor der Säure geschützt blieb. Zudem müssen die Bilder für den Kupferstich spiegel-, seitenverkehrt radiert werden, damit sie nachher richtig dargestellt wiedergegeben werden.

Göße der Platte: ca. 156×119 mm; (6.25 x 4.70 inches).

Betitelt in der Biblicae Icones ist der Kupferstich mit „PROPHETIA HABACUC“ und erscheint auf S. 55. Die erste Ausgabe erschien in vier querformatigen Quartbändchen von 1625-27 in Frankfurt, noch ohne Bibeltext, nur mit Begleitversen in 3 Sprachen von Johann Ludwig Gottfried. Nach erscheinen des letzten Heftes kam die ganze Folge auch zusammengebunden auf den Markt.

Um 1629 gelangten die Platten in den Besitz von Lazarus Zetzners Erben in Straßburg, welche mind. 2 seitengleiche Neudrucke davon herausbrachten, bevor der Verlag 1630 die nun bekannt, beliebte Bilderbibel mit Texten Martin Luthers in Folio herausbrachte.

70 Jahre später erscheinen die Platten dann wieder bei Merians Erben in Frankfurt, als diese eine ähnliche Lutherbibel mit den Kupferstichen herausbrachten. Aus der Merianischen Versteigerung 1726 erwarb dann offenbar Philipp Heinrich Hutter die Platten und illustrierte damit die Katholische Mainzerbibel von Johannes Amos (Wüthrich).

Die Bibelbilder Merians waren so beliebt, dass diese mehrmals nachgestochen wurden, insbesondere von niederländischen Verlagen kamen etliche, abgekupferte Kopien hervor. So bei Viesscher, Wursten, Dancker Danckertsz, Schabaelie… aber auch in England und Frankreich. Dort erschien das sehr beliebte Werk unter dem Pseudonym „Le Sieur de Royaumont“ mit 30 Auflagen während hundert Jahren.

Auch heute noch gilt die Bilderbibel Merians wegweisend und wird des öfteren als Faksimile neu aufgelegt.  Eine Ausgabe vom Verlag Müller & Schindler erschien 1985 beim Coron-Verlag. Für den Band des Alten Testaments diente das altkolorierte Exemplar der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main als Vorlage. Für das Neue Testament ein Exemplar aus der Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Die Bände wurden damals für nahezu € 1.700.- an der Haustür angeboten. Eine aufwändigere Version mit geprägtem Ledereinband, punziertem Goldschnitt und Schließen von Coron im Kindle-Verlag 2004 erschienen, kann auch bei uns (AT) erworben werden. 

 

Der dargestellte Prophet Habakuk

Habakuk lebte im 7. Jahrhundert vor Chr. (Chaldäer (1,6) und war ein Zeitgenosse von Jeremia, Hesekiel, Daniel und Zephanja. Er  prophezeite in den letzten Tagen des Assyrerreiches und zu Beginn der babylonischen Weltherrschaft unter Nabopolassar und dessen Sohn Nebukadnezar.

Nach dem Tod König Josias (2Chr 35,20-24), welcher bedeutsame geistliche Reformen in Juda einführte (2Kö 22.23), kehrte das Volk wieder zu seinen bösen Wegen zurück (vgl. Jer 22,13-19), was Habakuk zu der Frage veranlasste, weshalb Gott schwieg und es nicht bestrafte (1,2-4).

Der Kern seiner Botschaft liegt in dem Aufruf, Gott zu vertrauen (2,4):

»der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.« Hebr 10,35-39; Mi 7,7-10.ä

Entsprechende Bibelstellen aus dem Buch Habakuk im Tanach zur Kupfertafel passend  (AT):

„Weh dem, der eine Stadt mit Blut erbaut und eine Ortschaft/Festung auf Unrecht gründet.“ Hab 2,12.

… Jahwe gab mir Antwort und sagte: / „Schreib nieder, was du siehst, / schreib es deutlich auf die Tafeln, / dass man es fließend lesen kann.  Denn was du schaust, gilt zur bestimmten Zeit, / es weist aufs Ende hin, / es täuscht dich nicht. / Und wenn es sich verzögert, warte darauf, / denn es kommt bestimmt, / es bleibt nicht aus! 4 Sieh, die Strafe trifft den, der nicht aufrichtig ist! / Doch der Gerechte lebt durch seinen Glauben. (Jesaja 48.22) (Römer 1.17) (Galater 3.11) (Hebräer 10.38) . … auch wenn er alle Völker zusammentreibt / und alle Nationen um sich vereinigt … Plötzlich stehen deine Gläubiger vor dir, / deine Bedränger erwachen … Seht, kommt es nicht von Jahwe, dem Allmächtigen, / dass Völker sich fürs Feuer plagen, / Nationen sich abmühen für nichts?

Den Namen Christus erwähnt Habakuk zwar nie, er spricht jedoch vom Retterdienst Jesu, als »Gott deiner Errettung« (3,18). In Habakuk finden wir auch eine Vorschattung der künftigen Errettung durch Christus: »Du ziehst aus zur Rettung deines Volkes, zum Heil mit deinem Gesalbten; du zerschmetterst das Haupt vom Haus des Gesetzlosen, du entblösst die Grundmauer von unten bis oben« (3,13). Im AT wie auch im NT wird bestätigt, dass Jesus »der Gesalbte« ist (Ps 28,8; Dan 9,25-26; Apg 4,27; 10,38; Hebr 1,9). Ev. möchte Merian diese Szene durch das Kind auf der Tafel darstellen, oder aber auch das Wehklagen.

Man kann auf dem Kupferstich sehr gut erkennen, wofür Merian in der Hochzeit seines künstlerischen Schaffens so hohe Anerkennung erhielt. Vor allem weiß er brillant Licht- und Schatteneffekte hervorzuheben, wie man es hier beim Soldaten in der Mitte gut erkennen kann. Auch die Landschaft setzt er in Szene, wie er es bereits zuvor  bei den „kleinen Merianblättchen“ während der Jahre 1620-24 in Basel auf seinem Höhepunkt (Ausstellungskatalog Merian 1994 , Wüthrich S. 10) seiner Künstlerlaufbahn ( mit seinen Monats-, Jahreszeitenbildern, sowie u.a. Werken aus Paris, Stuttgart, nach Bril, Mirou u.a.) unter Beweis stellen konnte und wohl bei seinen Topographien perfektionierte. Ein perfektes Meisterwerk von Matthäus Merian eigenhändig geschaffen!

https://www.e-rara.ch/zuz/content/zoom/7589238

https://www.bibel-online.net/buch/dual/luther_1912/offenbarung/21/neue_evangelistische/habakuk/2/

https://www.jesus.ch/information/bibel/hintergrund/basisinformation/134852-habakuk.html

Icones Biblicae Teil III. 

Lucas Heinrich Wüthrich 1-3, Das druckgraphische Werk von Matthäus Merian d. Ae.  

Wüthrich 3: „Die großen Buchpublikationen“ Bibel Nr. 140: 

„Habakuk redet vom Untergang der Stadt, die mit Blut gebaut wurde. (Habakuk 2,12-13); Nahum und die große Hure Ninive. Die brennende Stadt (Nahum 3,4-15)“

Peter Meinhold: Matthaeus Merian „Die Bilder zur Bibel“, Hoffmann und Campe Verlag. Die Darstellung Habakuk`s auf S. 178 leider falsch beschriftet (vertauscht).

Rückseite

Rückseite

 

Original Kupferstich von der Platte aus Icones Biblicae

Original Kupferstich von der Platte aus Icones Biblicae und den Versen (nicht inbegriffen).

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