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ULMENSIS

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Merian, Matthäus: „Poseidon“

Weniger bekannte Darstellung, welche Nagler Merian zuschreibt. In der Platte monogrammiert  mit zwei überkreuzten „M“,  wie es Merian in den Anfangsjahren gerne verwendet (vgl. Wüthich Merian-Biographie). Radierung, gerahmt, ca. 210×130 mm. Fleck bei den Fischen.

Nagler IV, Nr. 1521. Nicht bei Wüthrich.

 

 

 

 

 

 

   

 

Matthäus Merian der Ältere (* 22. September 1593 in Basel; † 19. Juni 1650 in Langenschwalbach)

 

Preis auf Anfrage.

0,00 EUR

Jo. (Johann) Petri (Petrus) Lotichii (Lotichius): Rerum Germanicarum Libri LV und Pars Secvnda,

sub Matthia. Fernandis II. & III. Imperatoribus Gestarum Pars Secunda, Excurrens Libris LXII.

2 Bände, Frankfurt/Main, Hoffmann für Matthäus Merian 1646 und 1650.

Gestochener Titel, Drucktitel, 18 nn. Bl. 1154 S., 13 nn. Bl. umfasst die Bde 1 (1635), 2 (1637) und teilw Radierungen aus dem 3. Teil  (1639) des Theatrum Europaeum.

Gestochener Titel, Drucktitel, 18 nn. Bl., 984 S., 10 nn. Bl. umfasst die Bde 3 (1639) und 4 (1643) des Thetrum Europaeum. Guter Gesamtzustand. Wenige Unterstreichungen von alter Hand.

Folio ( ca. 35x21cm), Pergament der Zeit. Rückentitel. Mit 1 ganzseitigem Porträt von Lotichius, 2 Kupfertitel, 8×12 Tafeln mit 144 Porträts und 107 von 121  (14 fehlen) meist doppelblattgroße, teils gefaltete Kupferstichen, gem. Wüthrich.

       

Erste lateinische Ausgabe des Theatrum Europaeum mit den Karten,  Plänen, Ansichten, Porträts, Schlachtendarstellungen des 30-jährigen Krieges von Matthäus Merian d. Ä. (Porträts wohl von Sebastian Furck).

           

Wüthrich 38 a/ b, Graesse IV. 264, ADB XIX, 269.

2.890,00 EUR

Martin Zeiller: „Itinerarium Germaniae oder Teutsches Reyßbuch durch Hoch und Nider Teutschland auch angränzende, und benachbarte Königreich/Fürstenthumb und Lande als Ungarn Siebenbürgen Polen Schweden Dänemark etc. So vor alters zu Teutschland gerechnet worden sein“

Straßburg bei L. Zetzners Erben 1632

Format 4°. 10 Blatt, 675 S., 22 Blatt (Register), moderner Glanzledereinband. Sehr schön.

 

 

Martin Zeiller (* 17. April 1589 in Ranten, Steiermark; † 6. Oktober 1661 in Ulm)

1.380,00 EUR

Matthäus Merian: Novae Regionum Aliquot Amaenissimarum Delineationes

Originalausgabe von 1624.  23 Blätter der seltenen Folge. Mit lateinischen, deutschen Versen und Maxime sowie Ortsangaben, u.a. Bad Schwalbach, Basel, Berg/Stuttgart, um Basel, um Stuttgart, Meaux en Brie, Neckargemünd, Untertürkheim, Rohrbach, Stuttgart. Wüthrich 448-472 (ohne 449 und 452). Radierung, je ca. 163×135 mm, Blattgröße 250×180 mm. Altmontiert auf Bütten und nummeriert. Guter Gesamtzustand, wenige Bräunungen. Satte Abdrücke.

                

Lit.: Lucas Heinrich Wüthrich „Das druckgraphische Werk von Matthäus Merian d. Ae. 1. Einzelblätter und Blattfolgen“

Weitere Bilder auf Anfrage.

Matthäus Merian der Ältere (* 22. September 1593 in Basel; † 19. Juni 1650 in Langenschwalbach)

1.495,00 EUR

Cornelis Cort nach Maarten van Heemskerck (eig. Maerten Jacobszoon) , verlegt bei Hieronymus Cock, dem ersten niederländischen Graphikverlag von europäischer Bedeutung, “ Aux quatre vents“ (Zu den vier Winden).

„Der Kreislauf der Welt. Friede bringt Handel, Handel Reichtum, Reichtum Hochmut, Hochmut Streit, Streit Krieg, Krieg Armut, Armut Demut, Demut bringt Frieden“ (nach Karel van Mander, Schilder-Boeck Haarlem 1604, zit. nach Reznicek „Die Zeichnungen von Hendrick Goltzius“ 1961).

2 Radierungen (von 9) aus der Folge „Kreislauf des menschlichen Daseins“ von 1564.

  1. „Neid führt zu Krieg“

 

Bez. MHemskerck inve. T. Galle excud.

Die Radierung „Invidia“ zeigt den Wagen der Ungleichheit mit den zwei Pferden Wegnahme ( Detractio) und Verleumdung (Calumnia), dessen umwendender Fuhrmann ist Eifersucht (Livor). Verwirrung (Perturbatio) mit Blasebalg und Unruhe (Inquietas) mit Waage (Uhr) und Flattertuch dargestellt, begleiten den Wagen und befinden sich auf dem Blatt rechts im Vordergrund. Im Hintergrund der Pferde ist eine Verkörperung der Böswilligkeit (Malevolentia) im Dunkel dargestellt. Die Personifikation des Neides Jnvidia („Mutter des Krieges“) hoch oben auf dem Wagen begleitet von Schlangen und direkt daneben Krieg (Bellum) mit Banner und Helm dargestellt.

2. „Krieg verursacht Armut“

 

Bez. Martinus hemskerck inventor

Die Radierung „Bellum“ zeigt den Triumphwagen Rache mit den prachtvoll geharnischten Pferden Verdammnis (Verderben) Perditio und Verwüstung Vastitas. Die brennende Raserei (Furor) lenkt die beiden Pferde (Verderben und Verwüstung) und führt den Wagen an mit Feuer in der Hand und lodernden Haaren. Daneben im Dunkel die nackte Zwiespalt (Rixa) mahnend zur brennenden Stadt gerichtet. Dahinter auf dem Wagen mit geneigtem Kopf und verschränkten Armen Demut Humilitas (nach Kaulbach-Schleier Inopia, Armut). Über allen auf einer Trommel sitzend Krieg (Bellum) mit Schwert und einem Feuerbündel in den Händen, zum Betrachter gerichtet, umgeben von Kriegsattributen. Die mit Zeigefingern züngelnde Gotteslästerung (Blasphemia) und Hungersnot (Fames) mit Knochen und Kohl in den Händen begleiten den Wagen im Vordergrund. Hinter dem Wagen wütet unbarmherzige Grausamkeit (Crudelitas) mit unzähligen Gefangenen, marschierenden Soldaten, Kämpfenden und Fliehende. Das Feuer ist allgegenwärtig.

 

     

Der Stichzyklus entstand anlässlich des Ommegang „Der Kreislauf des menschlichen Daseins“ in Antwerpen am 1. Juli 1561. Bei der Prozession zur Beschneidung Christi`s wurde die Reliquie der Vorhaut Jesus Christus aus der Antwerpen Kathedrale gezeigt. Dabei zogen als Personifikation arrangierte, kostümierte Personen auf verkleideten Wagen durch die Straßen. Mitlaufende Redner erläuterten die einzelnen Themen und Figuren und verkauften (noch erhaltene) Programmhefte. Die hier dargestellten Triumphwagen sind von van Heemskerck  weitgehend getreu wiedergegeben. Dabei ziehen diese von rechts nach links vorbei, mit der titelgebenden Personifikation als Hauptfigur hoch oben auf dem Wagen und ihrem davor sitzenden Kind.

„Mit diesem Triumphzug hat Heemskerck ein Muster des allegorischen Kreislaufs geschaffen das nicht nur für die Versionen von Maarten de Vos und Jacques de Gheyn II. Vorbild war, sondern auch kopiert und bis ins 17. Jahrhundert als Vorlage genutzt wurde.  Kein Zustand des menschlichen Handelns und Daseins entgeht der Kritik. Die Gewißheit des letzten Urteils, das im Jüngsten Gericht gefällt wird, erzwingt geradezu, sich selbst und die Gesellschaft, in der man lebt, zu befragen.“ (Kaulbach-Schleier: Der Welt Lauf)

je ca. 22,5 x 29,7 cm, Bütten, signiert in der Platte „MHemskerck inve“. 2. Zustand mit der Adresse von Cock ersetzt durch Galle. Sehr gute Abdrücke. Gerahmt, unter Passepartout.

 

Plates 4 and 5 from the series „The cycle of the Vicissitudes of Human Affairs“ . Second states (of 3) with the address of Cock replaced by that of Galle. Very good impressions.

Lit.: New Hollstein 1994, Bd. 1, Teil 2, S. 166-173, New Hollstein 2000, Bd. 9, Teil 2, S. 223-256; New Hollstein (Heemskerck), 485-486; Iris Wennerholm (Hg.): „Manier, Mythos und Moral. Niederländische Druckgraphik um 1600“.

Hans-Martin Kaulbach und Reinhart Schleier: „Der Welt Lauf“ Allegorische Graphikserien des Manierismus.

Ilja M. Veldmann: Maarten van Heemskerck and Dutch humanism in the sixteenth century ,1977 und Ausst. Frans Halsmuseum, Harlem 1986 „Leerijke reeksen van Maarten van Heemskerck“.

Einzeln, je € 980.-

Cornelis Cort (* 1533 in Hoorn; † 17. März 1578 in Rom)

Maarten van Heemskerck (* 1498 in Heemskerk; † 1. Oktober 1574 in Haarlem

1.990,00 EUR

 

Original Radierung von Hendrick Goltzius: Der Sturz des  Ikarus – Icarus Falling- von den vier Himmelstürmern von 1588.

GOLTZIUS, Hendrick (1158 Muhlbrecht bei Velo – 1617 Harlem). After Cornelis Cornelisz. van Haarlem.

Radierung, 30 cm diameter,Bütten, signiert  in der Platte „C.C. Inve. HG sculp.“. Gerahmt. Platte 2 (von 4) von der Serie der vier Himmelstürmer .

Sehr gute Erhaltung.

 

Engraving, 30 cm diameter, laid paper, signed in the plate „C.C. Inve. HG sculp.“ (some minor foxing). – Plate 2 (of 4) of the series of the „four disgracers“, depicting Icarus falling from the sky after flying too close to the sun. His father Daedalus is seen in the background.

Ref. New Hollstein (Goltzius):307. – Prov. Henri Ledoux (coll. stamp at bottom, Lugt 4052).

Für die selbe Radierung wurden bei Bassenge am 01.12.2021 € 12.300.- inkl. Aufgeld genehmigt.

 

10.900,00 EUR

 

Jacques Bellange ( 1575- ca1616/1618 Nancy). “

„Gefässtragende Gärtnerin mit Beutel“ von Jacques Bellange. 2. Zustand mit dem Zusatz „le Blond excud“ von 1611. Sehr selten.

Ca. 545 x 375mm inkl. Rahmen.

Gardener with an Urn and Reticule”. ca. 1611, etching on laid paper (second state of two), signed within plate lower right.

Provenienz: Sotheby’s New York, May 11, 1989.

Referenz: Robert-Dumesnil 44; Walch 11.

Nicole Walch: „Die Radierungen des Jacques Bellange“.

Sandrine Herman „Jacques Bellange: la magie du trait“.

Antony Griffiths/Craig Hartley “ Jacques Bellange c. 1575-1616 Printmaker of Lorraine“.

Worthen/Reed „The Etchings of Jacques Bellange“.

       

 

 

4.990,00 EUR

Matthäus Merian nach Jacques Bellange „Hortulana“

Merian lernte Bellange 1611 in Nancy mit Brentel um 1611 kennen. Sie arbeiteten zusammen am ‚Pompes Funèbres de Charles III Duc de Lorraine‘.

Bellange erlernte das Radieren wohl bei Brentel und Merian. Um 1615 kopierte Merian dieses Blatt in Basel. Erschienen ist es bei Jacob von der Heyden in Straßburg.

Merian fügte den Gärtnerinnen eine Landschaft, Staffage und Verse hinzu.

ca 98x178mm. guter Zustand, Ränder komplett verstärkt/hinterlegt. Verso Stempel.

Wüthrich I Nr. 91. Walch Nr. 14 III. S. 172. Griffiths/Hartley Nr. 32, Worthen-Reed 18, Thuillier 107, Reed 138.

Vers: “ Cum in campo socia est mea nunc cooperta quiete/ Interea emtores perdidit  illa suos“

Wüthrich  über die Hortulana S. 34: “ Merian hat es auf verblüffende Art verstanden, den extrem manieristischen Stil Bellanges zu imitieren“.

 

 

 

 

 

 

 

           

Wüthrich: Das druckgraphische Werk von Matthäus Merian d. Ae. I „Einzelblätter und Blattfolgen“.

Nicole Walch: „Die Radierungen des Jacques Bellange“.

Sandrine Herman „Jacques Bellange: la magie du trait“ Hier Nr. 25 S. 62

Antony Griffiths/Craig Hartley “ Jacques Bellange c. 1575-1616 Printmaker of Lorraine“

Worthen/Reed „The Etchings of Jacques Bellange“

 

Preis auf Anfrage.

0,00 EUR

 

Die Drei Weisen/ Magier aus dem Morgenland/ Heilige Drei Könige

Matthäus Merian d.Ä.: Kaspar – Balthasar – Melchior nach Jaques Bellange

Matthäus Merian d.Ä. (Basel 1593 – 1650 Schwalbach)
Kaspar – Balthasar – Melchior „Die Drei Magier“ nach Bellange
3 Blatt Radierungen, breitrandig, nach Jacques Bellange 1615 unter Passepartout.

Schöne Frühwerke von M. Merian, einheitlich in der Druckqualität, alle mit breitem Rand und in guter Erhaltung. Die Darstellung von Balthasar mit ergänzter Ecke oben links.

Da Merian ab 1610/11 ebenso wie Bellange in Nancy weilte ¹, lernte er hier das Werk von Bellange  und wohl auch ihn selbst kennen. Sie arbeiteten an einem gemeinsamen Werk mit Brentel (Friedrich Brentel * 1580 in Lauingen  † 1651 in Straßburg), dem  „Pompe Funebrè de Charles III, Duc de Lorraine“ des Claude de la Ruelle,  in welchem Bellange sich selbst porträtiert haben soll, und zwar im dritten Teil auf dem 10. Blatt der Folge des Einzugs Heinrich II. in Nancy (welche Folge aus 12 Blättern Wüthrich komplett Merian zuschreibt), siehe Walch 1 und Griffiths/Hartley S.50. Bellange war von 1602 bis 1616 als Hofmaler für Gemäldezyklen der Herzöge Karl III. und dessen Nachfolger Heinrich II. von Lothringen in Nancy urkundlich erwähnt. Als „peintre de Son Altesse“ und mit Adelsprivileg (Walch S. 15 und S.63) nahm er mit Sicherheit an den  Feierlichkeiten und Festzügen teil und verewigte sich somit vermutlich auch selbst auf den Vorzeichnungen und  auf der Kupferdruckplatte (Walch). Schließlich ist aus den Verträgen zu entnehmen, dass die Teile 1 und 2 bereits 1610 in Vorzeichnungen und vorbereiteten Platten vorlagen und diese „Maler von Nancy“ besorgten ( Wüthrich I S. 17 aus Pierre Marot „Archives de Meurthe-et-Moselle“). Unter diesen Malern dürfte Jacques Bellange (als Hofmaler) gewesen sein, der sich dann dabei auch in der Vorzeichnung selbst gezeichnet haben wird. Bestimmt haben hier Bellange und Merian eng an den Pompes Funebrès zusammengearbeitet. Der angebliche Schüler Bellange`s, Jacques Callot aus Nancy, ging übrigens bereits 1608 nach Rom. Da Bellange aber das Stechen vermutlich erst durch Merian und Brentel ab 1611 erlernte (Worthen/Welsh Reed: The Etchings of Jacques Bellange S. 11 und S.45) kann Callot es nicht bei ihm erlernt haben (Worthen/Welsh Reed S. 15). Es ist jedoch überliefert, dass sein Vater, Jean Callot, als „héraut d’armes“ beim Vartragsabschluß zu den Pompes Funébres 1611 zugegen war (Gutenberg Jahrbuch 1951).
Im Entstehungszeitraum der Radierungen ab 1610/1611 ist übrigens belegt, daß Bellange gerade in Nancy an einem neuen Zyklus nach Ovids Metamorphosen (Tempesta veröffentlichte 1606 u.a. Radierungen zu Ovids Metarmorphosen)  für die neue Galerie arbeitete, wobei die Gesimse und Einfassungen mit „moresques“ und sonstigen „fantaisies“ verziert sein sollten (Walch S. 14 aus Lepage).

Vielleicht ist es aber von Merian auch als eine Hommage an den hochgeschätzten, bekannten, Bellange gedacht. Er starb (vermutlich) bereits 1616 in Nancy, die Kopien Merians sind aus dieser Zeit ( Wüthrich nennt 1615, Walch bis 1620, solange Merian bei von der Heyden verlegte, S. 52). Gedruckt wurden sie bei Jacob von der Heyden in Straßburg, siehe bei Melchior die Sig. unten rechts „Jac: ab Heydé excu.“  (W. Biographie S. 73, mehrfach erwähnt bei Griffiths/Hartley und Walch), welchen er wohl durch die Straßburger Brentel und Hermann de Loye kennenlernte (Worthen/Welsh).

Wüthrich schreibt in der Biographie von M. Merian über die Kopien von Bellange auf S. 73: “ sind von Merian perfekt kopiert worden“ … „Kopien sind als solche nur durch die Texte und den direkten Vergleich mit Bellanges Originalen zu bestimmen.“ und in W. 1 S. 34 “ Merian hat es auf verblüffende Art verstanden, den extrem manieristischen Stil Bellanges zu imitieren… Mitunter werden die Blätter als Originale Belanges geführt.“ Merians „fecit“ wurde auf den Platten ausradiert um sie als Originalradierungen Bellanges zu verkaufen.

 

¹Wüthrich I S. 16/17.  Wüthrich zitiert Marot, wonach der Stecher (Brentel) der Pompes Funébres mit seinem „garçon“ (Merian war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt, wird von Wüthrich jedoch als garçon ausgeschloßen, da er bereits das Titelblatt signierte) nach Nancy kommen soll, um dort  im Mai/Juni 1610, „binnen drei Wochen“, das Titelblatt zu stechen. Dieses wurde von Merian signiert. Da Merian zu dem Zeitpunkt jedoch noch in Zürich bei Meyer in der Lehre gewesen war (Stammbuchblatt 01.10.) kommt hier nach Wüthrich erst 1611 in Betracht. Wüthrich erwähnt übrigens die Mitarbeit Bellange`s am Pompe Funébre nicht in Merians Biographie, sondern lediglich in seinem Aufsatz „Die Bellange-Kopien aus dem Seehof Küsnacht“ schließt er es zumindest nicht aus.

Einen sehr interessanten Artikel über Jacques Bellange gibt es in „Kunst und Künstler“ von Ludwig Burchard, erschienen in der August-Ausgabe 1911, digitalisiert von der Universität Heidelberg https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kk1911/0543. Griffiths/Hartley schreibt dazu “ The first article that reintroduced Bellange to a General public was by Ludwig Burchard in 1911″.

 

Für Radierungen von Bellange wurden 2021 für Kaspar ca. €19.000.- und Melchior über € 30.000.- inkl. Aufgeld genehmigt. 2017 wurden alle drei Radierungen von Bellange im ersten Zustand für 65.000 CHF zugeschlagen.

Die Drei Weisen/Magier ((Les Rois Mages, The Three Magi/Magician) im Einzelnen:

 

Blatt 1: bez. “ Tres Magi/ Melchior Rex Nubiae/ Bellange inuent: Jac:ab Heydè excu./ Argentinae“. Frontansicht. Wüthrich I 85, Griffiths/Hartley 31b. Ca. 187×290 mm (Blattgröße ca.205x320mm). Wasserzeichen.

Blatt 2: bez. „Baltasar Rex Sabae/ Bellange inuentor:“Rückenansicht aus „Die Anbetung der Könige (Walch 20, Griffiths/Hartley 10), Wüthrich I 87, Griffiths/Hartley 30b. Ca. 185x283mm (Blattgröße ca.203x307mm). Wasserzeichen.

Blatt 3: bez. „Caspar Rex Tarsis/ Bellange. in:“ Seitliche Dreiviertelansicht mit Blick nach vorne. Wüthrich I 86, Griffiths/Hartley 29b. Ca. 188x289mm (Blattgröße ca.210x325mm). Wasserzeichen.

Auf allen drei Radierungen dasselbe Wasserzeichen (Schweizerdolch mit Schlange?), siehe Foto..

Wasserzeichen

Literatur:

Wüthrich I „Gegenseitige Kopien nach Bellange“ und Biographie.

Antony Griffiths & Craig Hartley, „Jacques Bellange, c.1575-1616, Printmaker of Lorraine“, „The Three Magi“, S. 103 ff., Nr. 29, 30 und 31, jeweils b.

Nicole Walch „Die Radierungen des Jacques Bellange“ (1, 20, 26, 27, 28).

Amy N. Worthen/ Sue Welsh Reed „The Etchings of Jacques Bellange“ Katalog zur Ausstellung 1975/76 u.a. im Metropolitan Museum of Art

Sandrine Herman „Jacques de Bellange: la magie du trait“

Pierre Marot  „Recherches sur les pompes funèbres des Ducs de Lorraine“ 1935, hier Gutenberg-Jahrbuch 1951

Seehof Küsnacht Festschrift zur Eröffnung des restaurierten Seehofs am 8. Juni 1979

Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg III. Band 1966: Wolfgang Wegner „Untersuchungen zu Brentel“. Insbesondere in Bezug auf Brentels Biographie und den Vorzeichnungen zum Pompe funèbre interessant.

   

3 sheets etching, after Jacques Bellange 1615
Nice impressions, uniform in print quality, all with paper margins around the platemark and in good condition. The depiction of Balthasar with corner added upper left. 

Preis auf Anfrage.

0,00 EUR

                                                                                       KPM Prunkschatulle „Segermarke“  1882

Reliefierter Messingbronzekorpus, feuervergoldet und versilbert.  Integriert sind acht bemalte Porzellanplaketten mit handbemalten Watteauszenen.

Bronzeapplikationen mit reichlicher Staffage und Ornamentik in Form von  glücksbringenden Füllhörnern samt hervorquellenden Blüten, Akanthus und anderem Ast-, und Rankenwerk mit etlichen Verästelungen. Reichlich Fries, wohl Anthemion, als schmückendes Beiwerk.  Beim Mascaron (oder Blattmaske) dient  der Mund als Schlüsselloch. Hier evoziert man unvermeidlich mit der  „Bocca della Verità“  in Rom. Der Vorderteil ist flankiert von 2 versilberten Putti, ruhend auf einem berankten Postament und ionisch anmutenden Kapitell. Der Deckel an den vier Ecken mit ausladendem, versilbertem Blütendekor und bekrönt von einem schön verästelten Puttenkopfgriff zum öffnen der in blauem Samt bezogenen Schatulle.

Manufaktur KPM- Berlin. Mit blauer Zeptermarke für Seger Porzellan.

Hermann August Seger (* 26. Dezember 1839 in Posen; † 30. Oktober 1893 in Berlin), ein Pionier des Porzellans,  entwickelte das nach ihm benannte Segerporzellan. Dieses  ermöglicht es, ein Weichporzellan herzustellen, wie es dem traditionellen, asiatischen  Porzellan entspricht. Das Weichporzellan wird gegenüber dem Hartporzellan bei niedrigeren Temperaturen (bis max. 1350°C) gebrannt und ist somit empfindlicher gegen Temperaturschwankungen, sowie deutlich stoßempfindlicher. Zudem ermöglichte es irisierende Glasuren, sowie z. Bsp.  Sang-de-bœuf Glasuren.

Bei der königlichen Porzellanmanufaktur „KPM“ gründete und leitete Seger ab 20.05.1878 die Chemisch-Technische-Versuchsanstalt (später der Universität Berlin eingegliedert). Dort entwickelte und patentierte er 1880 das Weichporzellan, welches eine reichere Farbpalette bei der Unterglasurdekoration erlaubte. Als Porzellanmarke erhielt es das blaue KPM-Zepter mit „Sgr. P.“ Seine Versuchsstücke sind künstlerisch wertvoll. 1885 wurde er zum Titularprofessor ernannt. Er erfand  u.a. auch den Seger-Kegel, ein Hochtemperaturmeßmittel, welches heute noch angewendet wird. Die „Seger-Plakette“ wird zu seinem Andenken von der Deutschen-Keramischen-Gesellschaft verliehen. Durch seine Arbeit wurde die KPM eine der künstlerisch besten Manufakturen Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Prunkschatulle muss ein frühes Werk sein, weisst sie doch noch die Merkmale der Marke „Seit 1870“ auf, verbunden mit der Kennzeichnung von „Sgr. P.“

 

Original der Schatulle

Signaturen der KPM-Berlin

 

Jean-Antoine Watteau (* 10. Oktober 1684 in Valenciennes; † 18. Juli 1721 in Nogent-sur-Marne). Der Maler des Rokoko schuf mit seinen fêtes galantes eine neue Bildgattung. Mit seinen Schäferstücken und den hier entlehnten galanten Festen begründete er die Watteaumalerei. Ausserdem nahm er damit Einfluss auf die Mode seiner Zeit, es gab Kostüme „à la Watteau“ ,  sowie Frisuren, die „Coiffures à la Watteau“ , „Watteauhäubchen“ und die „Negligés à la Watteau“. Mit großer Sicherheit und Lebendigkeit der Zeichnung verband er eine geistreiche und leichte Pinselführung, sowie ein fein ausgebildetes Naturgefühl, das sich besonders in den landschaftlichen Hintergründen seiner Gemälde zeigt (Wikipedia). Er starb bereits im Alter von 36 Jahren. Eine große Anzahl seiner Bilder befinden sich in Berlin-Potsdam.

 

   

 

36 x 39 x 29 cm. Wohlerhalten.

 

Quellenangaben (auch Auszugsweise) vom 17.05.2021:

https://www.kpm-berlin.com/porzellan-shop/inspiration/wussten-sie-schon/der-kpm-stempel-und-seine-geschichte

https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_August_Seger

http://www.wt-pempel.de/seger.htm

https://www.deutsche-biographie.de/gnd172742137.html#ndbcontent

https://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_Watteau

http://www.zeno.org/Kunstwerke/A/Watteau,+Antoine

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