Merian, Matthäus: Arabesken mit geistlichen und weltlichen Symbolen 1616

by seefelderAdmin
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Matthäus Merian: Kupferdruckplatte mit der Darstellung des Propheten Habakuk und der brennenden Stadt Babylon

Stückpreis: 0,00 EUR
 

UNIKAT! 

Von Matthäus Merian 1625-27 selbst entworfene und bearbeitete Kupferdruckplatte des Propheten Habakuk!

Merian (1593-1650) nutzte die Druckplatte für einen Kupferstich zunächst 1625/27 bei Icones Biblicae Pars III. (1. Chronik bis Apokryphen) auf S.55, dann bei der beliebten Merianbibel (Lazarus Zetzners Erben, Sraßburg) 1630 auf S. 130v und bei der Merianbibel (Merian sel. Erben, Frankfurt) 1704 auf S. 244. Da es zu vielen Szenen keine Vorlagen gab, musste sich Merian künstlerisch beweisen, was ihm vorzüglich gelang. Die Bibel war eines der ersten großen Buchunternehmen Merians, so daß er  die Linien und Punkte für seine Kupferstiche alle noch selbst mit seiner Radiernadel in Kupfer gestochen hat, was dann später bei seinen Chroniken, Theatren und Topographien nicht mehr möglich war. Dabei hat er einen Ätzgrund verwendet, welchen er bei seinem Lehrmeister und lebenslang verbundenen Freund,  Dietrich Meyer (1572-1658) in Zürich kennen und schätzen lernen durfte. Meyer soll die Weichgrundätzung sogar erfunden haben, indem er Fett hinzufügte und so das einritzen des Grabstichels leichter und ebenmäßiger von der Hand ging. Auch die Zusammensetzung des Ätzgrundes ist bekannt: “ Man nehme I½ Unzen  weißes und sauber gereinigtes Jungfernwachs/ I Unze schönen, klaren und fein gestossenen Mastix und ½ Unze geriebenen und fein gestossenen Asphalt… erwärme die Kupferplatte auf Kohlen/daß man einen Finger darauf leiden kann/Alsdann nimmet man den Etzgrund führet damit geschwind  von einer zur anderen Seite des Kupfers/daß alles übergangen werde. Darauf überfahret man mit einem breiten Bart der Feder von einer Ganns/den Etzgrund/ und leitet solchen also gleich überall hin…“Aus „L‘ Academia Todesca della architectura, scultura & pittura oder Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste“ (Bd. [1], 1,2, VI. Kapitel, ab S. 49 (hier S. 51).: „Vom Kupferstechen und der Etz-Kunst“. Reste davon, sowie alte Klebespuren,  sind wohl heute noch auf der Rückseite der Kupferplatte zu sehen (sowie Farbauftragungen), denn auch die Rückseite musste behandelt werden, damit sie vor der Säure geschützt blieb. Zudem müssen die Bilder für den Kupferstich spiegel-, seitenverkehrt radiert werden, damit sie nachher richtig dargestellt wiedergegeben werden. Göße der Platte: ca. 156×119 mm; (6.25 x 4.70 inches). Betitelt in der Biblicae Icones ist der Kupferstich mit „PROPHETIA HABACUC“ und erscheint auf S. 55. Die erste Ausgabe erschien in vier querformatigen Quartbändchen von 1625-27 in Frankfurt, noch ohne Bibeltext, nur mit Begleitversen in 3 Sprachen von Johann Ludwig Gottfried. Nach erscheinen des letzten Heftes kam die ganze Folge auch zusammengebunden auf den Markt. Um 1629 gelangten die Platten in den Besitz von Lazarus Zetzners Erben in Straßburg, welche mind. 2 seitengleiche Neudrucke davon herausbrachten, bevor der Verlag 1630 die nun bekannt, beliebte Bilderbibel mit Texten Martin Luthers in Folio herausbrachte. 70 Jahre später erscheinen die Platten dann wieder bei Merians Erben in Frankfurt, als diese eine ähnliche Lutherbibel herausbrachten. Aus der Merianischen Versteigerung 1726 erwarb dann offenbar Philipp Heinrich Hutter die Platten und illustrierte damit die Katholische Mainzerbibel von Johannes Amos (Wüthrich). Die Bibelbilder Merians waren so beliebt, dass diese mehrmals nachgestochen wurden, insbesondere von niederländischen Verlagen kamen etliche, abgekupferte Kopien hervor. So bei Viesscher, Wursten, Dancker Danckertsz, Schabaelie… aber auch in England und Frankreich. Dort erschien das sehr beliebte Werk unter dem Pseudonym „Le Sieur de Royaumont“ mit 30 Auflagen während hundert Jahren. Auch heute noch gilt die Bilderbibel Merians wegweisend und wird des öfteren als Faksimile neu aufgelegt.  Eine Ausgabe vom Verlag Müller & Schindler erschien 1985 beim Coron-Verlag. Für den Band des Alten Testaments diente das altkolorierte Exemplar der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main als Vorlage. Für das Neue Testament ein Exemplar aus der Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Die Bände wurden damals für nahezu € 1.700.- an der Haustür angeboten. Eine aufwändigere Version mit geprägtem Ledereinband, punziertem Goldschnitt und Schließen von Coron im Kindle-Verlag 2004 erschienen, kann auch bei uns (AT) erworben werden.    Der dargestellte Prophet Habakuk Habakuk lebte im 7. Jahrhundert vor Chr. (Chaldäer (1,6) und war ein Zeitgenosse von Jeremia, Hesekiel, Daniel und Zephanja. Er  prophezeite in den letzten Tagen des Assyrerreiches und zu Beginn der babylonischen Weltherrschaft unter Nabopolassar und dessen Sohn Nebukadnezar. Nach dem Tod König Josias (2Chr 35,20-24), welcher bedeutsame geistliche Reformen in Juda einführte (2Kö 22.23), kehrte das Volk wieder zu seinen bösen Wegen zurück (vgl. Jer 22,13-19), was Habakuk zu der Frage veranlasste, weshalb Gott schwieg und es nicht bestrafte (1,2-4). Der Kern seiner Botschaft liegt in dem Aufruf, Gott zu vertrauen (2,4): »der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.« Hebr 10,35-39; Mi 7,7-10.ä Entsprechende Bibelstellen aus dem Buch Habakuk im Tanach zur Kupfertafel passend  (AT): „Weh dem, der eine Stadt mit Blut erbaut und eine Ortschaft/Festung auf Unrecht gründet.“ Hab 2,12. … Jahwe gab mir Antwort und sagte: / „Schreib nieder, was du siehst, / schreib es deutlich auf die Tafeln, / dass man es fließend lesen kann.  Denn was du schaust, gilt zur bestimmten Zeit, / es weist aufs Ende hin, / es täuscht dich nicht. / Und wenn es sich verzögert, warte darauf, / denn es kommt bestimmt, / es bleibt nicht aus! 4 Sieh, die Strafe trifft den, der nicht aufrichtig ist! / Doch der Gerechte lebt durch seinen Glauben. (Jesaja 48.22) (Römer 1.17) (Galater 3.11) (Hebräer 10.38) . … auch wenn er alle Völker zusammentreibt / und alle Nationen um sich vereinigt … Plötzlich stehen deine Gläubiger vor dir, / deine Bedränger erwachen … Seht, kommt es nicht von Jahwe, dem Allmächtigen, / dass Völker sich fürs Feuer plagen, / Nationen sich abmühen für nichts? Den Namen Christus erwähnt Habakuk zwar nie, er spricht jedoch vom Retterdienst Jesu, als »Gott deiner Errettung« (3,18). In Habakuk finden wir auch eine Vorschattung der künftigen Errettung durch Christus: »Du ziehst aus zur Rettung deines Volkes, zum Heil mit deinem Gesalbten; du zerschmetterst das Haupt vom Haus des Gesetzlosen, du entblösst die Grundmauer von unten bis oben« (3,13). Im AT wie auch im NT wird bestätigt, dass Jesus »der Gesalbte« ist (Ps 28,8; Dan 9,25-26; Apg 4,27; 10,38; Hebr 1,9). Ev. möchte Merian diese Szene durch das Kind auf der Tafel darstellen, oder aber auch das Wehklagen.   https://www.e-rara.ch/zuz/content/zoom/7589238 https://www.bibel-online.net/buch/dual/luther_1912/offenbarung/21/neue_evangelistische/habakuk/2/ https://www.jesus.ch/information/bibel/hintergrund/basisinformation/134852-habakuk.html Icones Biblicae Teil III.  Lucas Heinrich Wüthrich 1-3, Das druckgraphische Werk von Matthäus Merian d. Ae.   Wüthrich 3: „Die großen Buchpublikationen“ Bibel Nr. 140:  „Habakuk redet vom Untergang der Stadt, die mit Blut gebaut wurde. (Habakuk 2,12-13); Nahum und die große Hure Ninive. Die brennende Stadt (Nahum 3,4-15)“ Peter Meinhold: Matthaeus Merian „Die Bilder zur Bibel“, Hoffmann und Campe Verlag. Die Darstellung Habakuk`s auf S. 178 leider falsch beschriftet (vertauscht).
Rückseite

Rückseite

 
Original Kupferstich von der Platte aus Icones Biblicae

Original Kupferstich von der Platte aus Icones Biblicae und den Versen (nicht inbegriffen).

Preis auf Anfrage.

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