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Sebastian Münster: Cosmographia 1628.
Letzte deutsche Ausgabe, gegenüber den vorherigen nochmals um ca. 200 Textillustrationen vermehrt ( Burmeister 86). . Vollständig, gute Erhaltung, schöner Schweinsledereinband der Zeit über Holzdeckeln mit reicher Blindprägung und 2 intakten Messing-Schließen.
Voderdeckel mit figürlichem Mittelstück (Judith mit dem Haupt des Holofernes, datiert 1575).Rückdeckelbezug fehlerhaft, bzw das Leder etwas rausgeschnitten.
Innen: Kupfertitel leicht braunfleckig ( siehe Foto). Nachsatzblätter leichte Feuchtigkeitseinwirkung, aber insgesamt ungewöhnlich gut erhalten.
Teilweise altersbedingte, leichte Papierbräunungen. Sehr schöne Ausgabe.

Provenienz: Bibliothek der Fürsten von Öttingen-Wallerstein (Wappenstempel auf dem Drucktitel). Außerdem Bibliothek des deutschen Philologen und Historikers Wlfgang Krämer (1885-1972) Exlibris und Kaufvermerk Innendeckel 07. Mai 1935.
Groß-Folio (41:27cm).
Mit Kupfertitel von M. Merian, Portr.-Holzschnitt Drucktitel verso, 26 doppelblattgrosse Vortextkarten, 1Faltansicht (Heidelberg) 72 doppelblattgrosse Holzschnittansichten und ca 1400 Textholzschn. 12 Bll.52 Bll. (= Karten) 1752 Seiten.
Enthalten sind u.a. 2 Welt-, und 4 Erdteil-Karten, 6 Karten von Deutschland (3xRhein). Doppelblattgrosse Ansichten von Augsburg, Florenz, Frankfurt/M., und Frankfurt/Oder, Freiburg, Freising, Genua, Köln, Lübeck, Stettin, Straßburg, Ulm, Worms, Basel, Bern, Jerusalem, Konstantinopel, Kopenhagen, Lissabon, London, Neapel, Paris, Rom, Speyer, Trier, Venedig, Würzburg u.v.a.

Selten so vollständig und so gut erhalten.

Sebastian Münster (*1488 Nieder-Ingelheim † 1552 in Basel an Folgen der Pest) war Kosmograph, Humanist und Hebraist.
Er veröffentlichte sein Hauptwerk, die Cosmographia, nach gut 20-jähriger Vorbereitungszeit erstmals 1544.
Münster war Hochschullehrer in Tübingen, Heidelberg und Basel.
Selbst unternahm er nur Reisen nach Frankreich, in die Schweiz, nach Schwaben (u.a. auch Ulm) und Bayern.
Er schrieb sehr viele Briefe an die Stadtherren der Welt um seiner Beschreibungen in der Cosmographia eine solide Basis zu geben. Mehr als 120 „Standespersonen, Gelehrten und Künstler“ arbeiteten an seinem monumentalen Werk mit.
Das deutschsprachige Werk enthält in sechs Büchern „eine Beschreibung der ganzen Welt mit allem, was darinnen ist“. Die ersten Ausgaben von 1544 (660 Seiten) bis 1548 mit dem lateinischen Titel Cosmographia, die Ausgaben von 1550 bis 1614 den deutschen Titel Cosmographei oder Cosmographey.
Die Ausgaben von 1615 bis 1628 (1500 Seiten) haben wieder den Titel Cosmographia. Außer den etlichen, ständig erweiterten deutschen Ausgaben erschien das Werk in vielen weiteren Sprachen.

Wikipedia: Mit der Cosmographia wurde quantitativ und qualitativ ein neuer Standard für die Ausstattung von Städtebüchern gesetzt. Damit legte Münster die erste wissenschaftliche und zugleich allgemeinverständliche Weltbeschreibung in deutscher Sprache vor.

Sebastian Münster
(* 20. Januar 1488 in Nieder-Ingelheim;
† 26. Mai 1552 in Basel)

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Allgemeines Historisches Lexicon, in welchem das Leben und die Thaten derer Patriarchen, Propheten, Apostel, Väter der ersten Kirchen, Päbste, Cardinäle, Bischöffe, Prälaten, vornehmer Gottes-Gelahrten, nebst denen Ketzern, wie nicht weniger derer Käyser, Könige, Chur- und Fürsten, grosser Herren und Ministern, ingleichen derer berühmten Gelahrten, Scribenten und Künstler, ferner ausführliche Nachrichten von den ansehnlichsten gräflichen, adelichen und andern Familien, von Conciliis, Münchs- und Ritter-Orden, heydnischen Göttern, etc. und endlich die Beschreibungen derer Käyserthümer, Königreiche, Fürstenthümer, freyer Staaten, Landschafften, Inseln, Städte, Schlösser, Klöster, Gebürge, Flüsse, und so fort, in alphabetischer Ordnung.
Leipzig/Basel:Thomas Fritsch / Johannes Brandmüller d.Ä. Erben 1722-1744
Groß-Folio, 39,5 x 25,5 cm. Buch. 4 Bücher, Paperback mit Lederbünden der Zeit.Zusammen ca. 4500 Seiten.Beruht auf den Dictionnaires historiques von Louis Moréri und Pierre Bayle ( auch bei uns erhältlich).Gebrauchsspuren, aber innen sehr sauber.Frontispitz im vierten Band ein Fleck.

Johann Franz Buddeus
* 25. Juni 1667 in Anklam
† 19. November 1729 in Gotha)

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Sehr schöne Elefantenpendule um 1720!

Regence-Louis XV, das Modell aus einer Pariser Meisterwerkstatt.

Gehender Elefant, auf dem Rücken das trommelförmige Gehäuse mit Amor nach einem Vögelein greifend/kletternd mit blätterbeschmücktem Volutensockel. Zifferblatt (etwas beschädigt) signiert „Balthazard A Paris“ (Meister ab 1717),  mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen.

2 fein durchbrochene und vergoldete Zeiger. Feines Messingwerk des 19. Jh. 

Höhe ca. 24,5 cm.

„Balthazar, Henry Charles (Charles genannt – auch Baltazar und Balthazard); Meister-Uhrmacher (1717) in Paris, Rue du Roule, pfarrgemeinde Saint-Germain-l’Auxerrois, verheiratet mit Madeleine Vautier. Vater von Louis Charles Balthazar, erwähnt am 2. November 1761, 7. Mai 1765 und 10. Oktober 1774. Bekannter von Louis Fourier und Familie von Louis Mangeant.“ (Aus Watch-Wiki.org)

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Hannibal soll bereits von Carthago aus 218 vor Chr. das Mittelmeer und die Alpen mit einem Elefanten überquert haben.

Der indische, weiße Elephant Abul Abbas wurde um 800 als erster namentlich und urkundlich erwähnter Elephant in Europa bezeugt.

Der Kalif Hārūn ar-Raschīd schenkte dem fränkischen Kaiser Karl dem Großen den Elefanten. Der Kaiser soll diesen von Aachen aus gerne auf Reisen mitgenommen haben, bis er schließlich um 810 bei der Überquerung des Rheins in Lippeham plötzlich verendet sein soll.

Friedrich II (* 26. Dezember 1194 in Jesi bei Ancona, Italien; † 13. Dezember 1250 in Castel Fiorentino bei Lucera, Italien)  hat auch einen Elefanten aus Cremona bessesen.

Der heilige König von Frankreich, Ludwig IX brachte aus dem Heiligen Land einen Elefanten mit nach Frankreich, welchen er noch im selben Jahr Heinrich III von England schenkte. Im Jahre 1258 starb der Elefant im Tower of London.

In der Chronica majora von Matthäus Parisiensis wird die Ankunft des ersten Elefanten in England beschrieben. Die darin enthaltene Zeichnung gilt als älteste realistische Zeichnung eines Elefanten in Europa. Aufgrund der Ohren kann man seine afrikanische Herkunft ableiten.

Ein weiterer (indischer) Elefant war Hanno  (* ca. 1510; † 8. Juni 1516; ital. Annone)  den König Emanuel I. von Portugal (1469–1521), dem neu gewählten Papst Leo X. zum Geschenk machte. 1514 kam er nach Rom und wurde das Lieblingstier des Papstes. Hanno starb infolge einer Verstopfung und deren Behandlung mit einem durch Gold angereicherten Abführmittel.

Es gibt lesenswerte Bücher über das Leben von Hanno.

Quelle/Literatur:

H.L. Tardy: Dictionnaire des horlogers français, Paris

D. Augarde: Les ouvriers du temps, Genf 1996

Fine antique clocks of the 17th to 19th century, 1990, S. 66 (Abb. 52, Elefant mit Putto)

E. Niehüser: Die französische Bronzeuhr, 1997; S. 242

Petite pendule à l'“Éléphant“ de style Louis XV en bronze doré. Cadran signé Balthazard A Paris.

Britten: Old clocks & Watches and their makers, 1973

L. Uresova: Alte Uhren, 1986; S. 110

P. Pröschel: Vergoldete Bronzen, 1986

Bedini: Der Elefant des Papstes

Stephan Oettermann: Die Schaulust am Elefanten. Eine Elephantographia Curiosa. Syndikat, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-8108-0203-4, S. 100f

Wikipedia

Preis auf Anfrage.
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Sebastian Münster: altkolorierter Holzstich von Ulm um 1550.
Altkolorierter Kupferstich aus der Cosmographia von Sebastian Münster (erschienen 1544-1628).
Sehr schöner Abdruck mit noch kräftigen Farben.
Drucker: Heinrich Petri in Basel ca. 22cm x 37cm, ohne Rahmen.
Gesamtansicht von Ulm mit dem unvollendeten Münster und Stadtwappen. Die wichtigsten Gebäude bezeichnet.
Sehr gut erhalten, leicht gebräunt, Mittelfalz.

Weisse Streifen, Punkte stammen ggf von der Spiegelung beim fotografieren.

Sebastian Münster
(* 20. Januar 1488 in Nieder-Ingelheim;
† 26. Mai 1552 in Basel)

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Schweinichen, Hans v.: Lieben Lust und Leben der Deutschen des sechzehnten Jahrhunderts, in den Begebenheiten des Schlesischen Ritters Hans von Schweinichen, von ihm selbst aufgesetzt. Herausgegeben von (Georg) Büsching. Alle 3 Bände.

Erstauflage der Tagebuchaufzeichnungen des Hans von Schweinichen (1552-1616).

Breslau: Verein für Schlesische Geschichte (1. u. 3. Band) und Max (2. Band) 1820-1823. 18 x 10,5 cm. XIV, 401; VIII, 364; VIII, 325 SS. Pp. m. Rs. (Berieben und l. bestoßen. Exlibris entfernt; teils wenig Gebrauchsspuren). Hayn/Got. VII 254; Klaiber S. 24; Beyer-Fröhlich S. 80; Misch S. 644. –

Erste Ausgabe des kulturgeschichtlich und genealogisch aufschlussreichen Tagebuchs des schlesischen Junkers Hans von Schweinichen, der fürstlicher Hofmarschall zu Liegnitz war. Die während der Jahre 1568-1602 geführten Aufzeichnungen gewähren Einblicke in das mitunter sehr deftige Dasein der Zeit.
Hans von Schweinichen wurde am 25. Juni 1552 auf Schloss Gröditzberg eines altadligen schlesischen Geschlechts geboren.Ausser seiner Familie ( u.a. Herkunft, Stammbaum) Kindheit und Jugend ( Junker) berichtet er ausführlich über seine Dienste am fürstlichen Liegnitschen Hof und seiner Reisen durch das deutsche Land als Kammerdiener und Hofmarschall, persönlich mit seinen eigenen Gefühlen und Eindrücken erzählt.Er gibt ausführlich Einblick über damalige Kultur, insbesondere ausschweifende Feste mit reichlich Alkohol, Jungfrauen und aufs ausführlichste über deren angefallenen Kosten.Ausserdem berichtet er über das soziale und religiöse Leben des 16. Jahrhunderts, kurz nach den reformatorischen Umwälzungen durch u.a. Martin Luther, Melanchton…
Er berichtet dabei sehr tolerant über die “ Geldmacherei“ der Kirche und weniger über die religiöse Überzeugung. Sehr interessant sind vor allem seine Reisen nach Prag und durch Süddeutschland ( u.a. auch zweimal ins Kloster Oberelchingen und Obermarchtal) und der ewige Kampf ums finanzielle überleben, den sein Herzog hat ihn oft ausgenützt und an die Höfe geschickt um Geld einzusammeln, welches dann umgehend wieder dem Genuss der körperlichen Gelüste zugeführt wird.Dies beschreibt Hans von Schweinichen sehr humorvoll in der hier vorliegenden Erstausflage von Büsching ab 1820 herausgebracht.
Gutes Exemplar.

Hans von Schweinichen
(* 25. Juni 1552 auf Schloss Gröditzburg
† 23. August 1616 in Liegnitz)

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Meyers Konversationslexikon-Lexikon, Luxus-Ausgabe, 17+1 Ergänzungsband = 18 Bände, 5. Auflage 1897.
Sehr repräsentative Ausgabe des Meyers-Lexikons!
8°, Fünfte [5.] gänzlich neubearbeitete Auflage, Neuer Abdruck, Leipzig, Wien, Bibliographisches Institut.
10500 Abbildungen, viele in Farbe, 1080 Bildertafeln, Karten und Pläne ( viele Doppelseiten und noch zum ausklappen) Goldgeprägter Rückentitel, prächtige Rücken- und Deckelvergoldung, elfenbeinfarben lackierte Buchdeckel mit blindgeprägter Ornamentierung und dem kunstvollen Schriftzug „Luxus-Ausgabe“, aufwendig marmorierter Schnitt mit Schmuckvorsatz.Kanten, Bucheinbände etwas verschließen mit Abnutzungen.Innen sehr schön erhalten, sauber.

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Haid, Johann Herkules:
Ulm mit seinem Gebiete in 2 Bänden und Beilagen. [Faksimile-Ausgabe].
Nachdruck der Ausgabe 1786. Ulmer Bibliothek AEGIS-Buchhandlung Ernst-Joachim Bauer, Ulm 1984
Auflage: 800 numerierte Exemplare, hier Nr. 756.
Kl.-8° 18cm x 17cm. 10 Blatt Vorrede, 707 Seiten fortlaufend über beide Bände, 8 Blatt Register.
Beilage: Reproduktion des Kupferstich-Planes: Accurater Grund-Riss sambt der Situation und… Stadt Ulm Badenehr 1704 (Grundriss mit Donau, Furstücke…) und eine weitere Reproduktion (Kopie) der Kupferstichkarte Territorium Vlmensis von Homann sowie noch eine Karte im Postkartenformat „Ulm um 1730“ von einem Stahlstich. Als Beilage das Heft „Johann Herkules Haid und sein Hauptwerk von Albrecht Rieber ( 52 Seiten inkl. Anmerkungen, neues Personen-, Orts- u. Heiligenregister). Im orig. Schuber. Ingres-Bütten Papier. Sehr guter Zustand, wie ungelesen.

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Johann Frank (Franck): Prächtige Lustschlittenfahrt des Herzogs Karl von Lothringen und seiner Gemahlin Eleonora, Königin von Polen beim Schützenhaus 1679 von Günzburg nach Ulm. Kupferstich.
„Prächtige Lust Schlitten Fahrt
So Ihro Königlichen Mayestät Frl.Fr: Eleonora Bekrönte Königin in Polen und Herzogin zu Lothringen und Barr mit dero hoch Fürstl. Herrn Caroli Herzogens zu Lothringen…
Ulm vom rechten Donauufer gesehen ( Südwest).
Blick vom freien Gelände auf dem Platz der heutigen Stadt Neu-Ulm auf das befestigte Ulm. Der Geschützrauch des Salutschiessens für den hohen Besuch quillt über den Bastionen östlich und westlich der Stadt empor. Deutlich ist die Befestigung der Donauseite dargestellt. Hervorzuheben sind von links: Einlassturm von 1480, hier nach Entfernung seiner Erker.
Dicker Turm: das niedere neue Dach von 1632 ist hier Barock übersteigert.Vor und rechts des Herdbrucker Tors an Festungswerken zeigt, ist die Befestigung der Donauinsel.Ausserdem der Diebesturm und das bescheidene Türmchen der Kirche des Spitals (rechts der Rauchwolke) und der hohe Gänsturm. Zu seinen Füßen erhebt sich aus den Festungsmauern der Insel von 1564 das äußere Herdbrucker Tor mit Giebeln in Eselsrückenkontur und Tore der Vorwehren der Landseite.
Den rechten Abschluss der Inselbefestigung bildet eine kleine italienische Bastion, durch die das ursprüngliche Rondell von 1564 wohl 1581 ersetzt wurde. Dem äußeren Herdbrucker Tor ist das 1631 erbaute Ravelin vorgelagert.Auf dem freien Land an der Stelle des heutigen Neu-Ulm breiten sich die Holz-, und Bretterstapel der Schopper-, und Schiffbauerplätze, des Holzmarktes und Holzlager der Bäcker aus.Links unten ist das ulmische Schiesshaus, die oberen Schützen, dargestellt.Ein reizvoller Renaissance-Fachwerkbau mit Eckturm, in welchem der Herzog und die Königin speisten.1704 wurde der Bau niedergebrannt. Jetzt steht dort die Neu-Ulmer Weststadtschule.
Über dem Schiesshaus erkennt man die am Steilhang der Donau emporsteigende, noch heute so verlaufende Straße nach Ehingen. Auf dem höchsten Punkt das Gerüst des Galgens und rechts davon der Ziegelstadel auf dem Galgenberg ( Hellmut Pflüger in „Ulm-Das Bild der Stadt in alten Ansichten“ von Max Schefold).
Schultes schreibt in seiner „Chronik von Ulm“ ( Verlag Dr. Höhn) über das Ereignis:
„Am 2. Dezember 1678 ist der kaiserliche Feldherr Herzog Karl von Lothringen durch die Stadt auf Günzburg gereist, wo er mit seiner Gemahlin den Winter über residieren wird. Am 28. Januar 1679, da eine gute Schlittenbahn war, ist er dann mit derselben im Schlitten hierher gekommen. Es waren 13 schöne Schlitten, von vornehmen Kavalieren und Damen besetzt. Sie fuhren zuerst zu den oberen Schützen (Schiesshaus in Neu-Ulm), dann in die Stadt herein und durch einige Straßen. Sodann fuhren sie wieder in das Schiesshaus, wo gespeist wurde. Einige Deputierte des Rats übergaben hier der Königin eine Verehrung, ein silbern-vergoldetes Lavoir (Anm. Waschschüssel),ein Stück feine Leinwand, Wein und Haber. Die Königin hat sich selbst freundlich bedankt. Abends sind sie wieder heimgefahren. Sie wurden mit 12 Stück bewillkommet und abgefertigt. Es standen auch zwei Bürger-Kompanien im Gewehr. Von dieser pompösen Schlittenfahrt existiert ein großer Holzschnitt.“
Im Himmel fliegender Adler mit Spruchband. Rechts und links ein Portraitmedailon des Herzogs und der Königin. Am unteren Rand Titel mit Legende und Beschreibung.
Extrem seltener Kupferstich in sehr gutem Zustand in großem Format,
Blattgröße 71x40cm, mit Rahmen 90x60cm.
Preis auf Anfrage.

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VERKAUFT:

Ulm Stadtplan: Kolorierter Schlumbergerplan Plan der Königlich Württembergischen Stadt Ulm.Aufgenommen unter der Leitung des K. B. Wasser, Brücken und
Strassenbau Directors Schlumberger. (Johannes Hans) Johannes Schlumberger, Ulm, Zobel, Hartmann und Möhrlen 1808,
koloriert 71,5 x 49 cm
Absolute Rarität, weltweit das einzige Exemplar im freien Handel.
Diese Karte ist nur noch zweimal bekannt.
Der hoch detaillierter Stadtplan aus dem Jahre 1812 zeigt die Stadt Ulm. In verschiedenen Farben sind die Gebäude, öffentliche Häuser und Gebäude aus Holz und Stein dargestellt.Zudem zeigt sie die Kirchen, Brunnen und vier Stadtbezirke.
Nur eine Kopie dieser Karte ist in den Bibliotheken weltweit registriert (Universität Tübingen).
ein weiteres Exemplar ist wohl in der Stadtbibliothek Ulm (Stadtmuseum).
Kleine reparierte Risse in den Rändern, reparierter Riß in der mittleren Falte (Fehlstelle), sonst eine feine Kopie. Verlagsstempel im unteren Teil des Bildes.
Literature: Albrecht Weyermann, Nachrichten von Gelehrten, Künstlern und andern merkwürdigen …, Band 2, p. 482-483

Artikel aus der Südwest Presse vom 05.01.2012:

Der Schlumberger-Plan
1812: Vor 200 Jahren ist Ulms erster exakt vermessener Stadtplan in den Handel gekommen, der so genannte „Schlumberger Plan“. Jedes damals existierende Haus ist darin zu identifizieren, denn 1796 war die Stadt in die vier Quartiere A, B, C und D eingeteilt und die Häuser durchlaufend nummeriert worden. Jede einzelne Hausnummer ist im Schlumberger-Plan erfasst. Er zählt daher zu den wichtigsten Erkenntnisquellen der Ulmer Stadtentwicklung, zumal er bis ins Mittelalter zurückreichende Strukturen zeigt.

„Plan der Königlich Württembergischen Stadt Ulm“, ist er überschrieben, „Aufgenommen unter der Leitung des K. B. Wasser, Brücken und Strassenbau Directors Schlumberger“. K. B.? Das bedeutet „Königlich Bayerisch“. Ein bayerischer Beamter vermisst die württembergische Stadt Ulm? Des Rätsels Lösung findet sich am Kartenrand unten links, wo präzisiert ist, wann und durch wen die von Schlumberger geleitete Aufnahme erfolgt ist: „durch die Geometer Zobel, Hartmann und Möhrlen im Jahr 1808.“ Damals war Ulm noch bayerisch. Das änderte sich 1811.

Der neue Landesherr, König Friedrich I. von Württemberg, scheint sofort Gefallen an dem Plan gefunden zu haben: Für die Handzeichnung, so teilt der Kunsthändler Theodor Nübling im Ulmischen Intelligenzblatt vom 25. April 1811 mit, sei Schlumberger „von Sr. Majestät dem Könige von Württemberg mit einem huldreichen Schreiben und einer goldenen Tabatiere allergnädigst beschenkt“ worden.

Dieser Hinweis findet sich in einer „Subscriptions-Anzeige“ (Anm.: siehe Foto), worin Nübling für den Schlumberger-Plan warb, der vervielfältigt und in den Handel gebracht werden sollte. Johannes Schlumbergers Handzeichnung, die noch ein paar Wochen in Nüblings Kunsthandlung in der Hirschgasse betrachtet werden könne, sei nun „in einen etwas kleineren Plan mit dem größten Fleiße und der strengsten Accuratesse reducirt worden“. Diese Version solle „binnen 6 Monaten, durch Herrn J. Hans rein und sauber in Kupfer gestochen, herauskommen.
Jener J. Hans, der sich mit dem Zusatz „Mahler u. Kupferstecher“ am rechten unteren Rand des Plans verewigt hat, war Johannes Hans, dem Ulm eine Reihe wunderschöner Stadtansichten sowie die bildliche Dokumentierung einiger historischer Ereignisse verdankt. So hat Hans vom Turm des Neutors aus die Waffenniederlegung der besiegten österreichischen Armee vor Napoleon am 20. Oktober 1805 festgehalten. Auch die berühmte, aber nicht signierte Darstellung der Flügel des Schneiders von Ulm aus dem Jahr 1811 dürfte von ihm stammen.

Nübling bot denen, die den Plan bis Ende August bestellten, einen Vorzugspreis von 2 Gulden an; danach werde der Verkaufspreis um 30 Kreuzer – das war ein halber Gulden – steigen. Allerdings scheint der Zeitplan von sechs Monaten nicht eingehalten worden zu sein: Man sucht im Intelligenzblatt von 1811 vergeblich nach einer Annonce, die das Erscheinen des Planes ankündigt; im folgenden Jahrgang allerdings auch nicht. Doch nennt der Ulmer Biograph Albrecht Weyermann 1812 als das Erscheinungsjahr des Schlumberger-Plans.

Der zeigt Ulm kurz nach einem gewaltigen Umbruch. Die Stadt war ein Jahrzehnt zuvor auf Befehl der französischen Besatzer entfestigt worden, hatte ihre gewaltigen, zackenförmigen Erdwerke aus dem 17. Jahrhundert eingebüßt bis auf die Bastion „Regimentsschultheiß“. Die ist als letzter „Zacken“ links unten auf der Karte erkenbar – eine gepflegte Grünanlage.

Auch die übrigen Flächen der geschleiften Festung waren gewissermaßen in blühende Landschaften verwandelt worden, wie der Schlumberger-Plan erkennen lässt. Um die Stadt herum führte eine von Bäumen gesäumte Promenade, deren südwestlicher Teil heute noch so heißt und deren am nördlichen Stadtgraben entlanglaufende Strecke später „Olgastraße“ getauft wurde. Es war die Zeit, als der Spaziergang erfunden wurde. Den später überwölbten Stadtgraben zeigt der Plan ebenso wie den Teil der Kleinen Blau, der längst unter der damals noch nicht existierenden Bahnhofstraße verschwunden ist.

Wer sich die Mühe machen will, kann auf dem Plan bis ins stauferzeitliche Ulm zurückkehren – dank der Hausnummern. Die vollziehen die Route der reichsstädtischen Steuereinnehmer nach, die mit dem Wachstum der Stadt länger wurde. Viertel A umfasst den ersten und ältesten Streckenabschnitt – und der bewegt sich ziemlich genau innerhalb der Stauferstadt des 12./13. Jahrhunderts, deren Nordgrenze die Hafengasse und deren Versorgungszentrum der südliche Teil des Fischerviertels war. HENNING PETERSHAGEN

 

 

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ZOCCHI, GIUSEPPE (NACHFOLGER DES 19. JAHRHUNDERTS)

(1711 Florenz 1767)

Blick auf die Brücke Santa Trinita über den Arno in Florenz.

Öl auf Leinwand.

Unten rechts bezeichnet: Il fiume Arno a Firenze.

59,5 x 74,5 cm (oktogonal).

 

Preis auf Anfrage.

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